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Geschäftsbericht des Diakonischen Werkes Oldenburg e.V.
Geschäftsbericht des Diakonischen Werkes Oldenburg e.V.

Geschäftsbericht 2010

Diakonie legt Jahresbericht vor
Feld fordert Rahmenbedingungen, die Ausgrenzung verhindern

Oldenburg, 07.01.2011 - Die UN-Konvention über die Rechte von behinderten Menschen wurde im Jahr 2008 von 20 Staaten ratifiziert und trat damit auch für die Bundesrepublik in Kraft. Seitdem ist die Inklusion behinderter Menschen vorrangiges Thema der Behindertenpolitik. Die Themen Inklusion und Exklusion betreffen nicht nur behinderte Menschen. Diakonie muss darauf aufmerksam machen, wo Menschen in unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden, erklärte Diakonie-Vorstand Pfarrer Thomas Feld bei der Vorstellung des Zweijahresberichtes 2009/2010.

Wenn alte Menschen so pflegebedürftig sind, dass ambulante Pflege zu Hause nicht mehr möglich und stationäre Unterbringung nötig wird, ist wichtig zu erkennen, dass Menschen durch den Umzug in ein Altenheim aus bisherigen sozialen Bezügen herausgenommen werden. Diakonische Altenhilfe bemüht sich darum, neue soziale Kontakte zu ermöglichen. Damit aus dem Umzug nicht Isolation wird, erläutert Feld..

Bei der Pflege durch Angehörige ist darauf zu achten, dass die hohe zeitliche und emotionale Belastung nicht zur sozialen Falle für Familien wird. Der hohe moralische Anspruch an Familien kommt als Bumerang der Überforderung zurück, warnte der Theologe. Und so müssen Leistungen, die durch heutige Kleinfamilien nicht zu erbringen sind, als potentielle Unterstützungsanfrage an Kirche und ihre Diakonie gewertet werden. Jede Störung des Systems Familie erhöht den Bedarf nach zeitlich begrenzter oder auch andauernder Hilfe: Wenn das Einkommen der verbleibenden Restfamilie kaum zum Leben ausreicht, wird gleichberechtigte Teilhabe zum Wunschtraum. Wenn Generationen auseinander gerissen werden, weil die moderne Arbeitsgesellschaft hohe Mobilität verlangt, können Eltern bei abnehmender Agilität nicht mehr auf alltägliche Unterstützung zählen, geschweige denn auf häusliche Pflege hoffen.

Wenn wachsende Anforderungen bei Eltern in Überforderung eskalieren, kann Kinderschutzarbeit ebenso helfen, den familiären Schutzraum wieder aufzurichten wie die von Beratung begleitete Vermittlung in Kuren. Selbst bei der Wohnungs- und Straffälligenhilfe geht es darum, Ersatz für zerbrochene Familienstrukturen zu organisieren.

Armut ist in unserer Gesellschaft nicht mehr auf der Straße sichtbar. Aber die geringe finanzielle Ausstattung bei Hartz IV hat zur Folge, dass Menschen quasi in ihre Wohnungen verbannt sind und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Unsere Gesellschaft, die über so nie gekannte Mittel zur Ermöglichung von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verfügt, schließt systematisch Menschen aus. Inklusion geht hingegen davon aus, dass jeder Mensch das gleiche Recht auf Teilhabe hat. Hier rufen wir, wie an anderen Stellen dazu auf, Rahmenbedingungen so anzulegen, dass Ausgrenzung vermieden - oder besser noch - verhindert wird.

Exklusion aus der Gesellschaft findet immer noch zu häufig als Inklusion in gesellschaftliche Sonderbereiche statt. Wo die stationäre Unterbringung von Menschen notwendig wird, ist die Größe der aufnehmenden Einrichtung mitentscheidend dafür, wie stark Menschen aus der Gesellschaft ausgegliedert werden. Großeinrichtungen mit mehreren tausend Mitarbeitenden und Klienten außerhalb der Komunen wirken exklusionsverstärkend. Sie führen ein Eigenleben. Stationäre Einrichtungen der Diakonie im Oldenburger Land sind im Vergleich eher kleine Einrichtungen, die eng in Nachbarschaften und Gemeinwesen eingebunden sind. Dadurch wird Inklusion gefördert. Das gilt auch für Einrichtungen zur Förderung und Therapie von Kindern mit Behinderungen.

Diakonisches Werk Oldenburg - Geschäftsbericht 2009 / 2010
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