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epd - Turbulentes Jahr

Oldenburg (epd), 29.12.2010 - Der Oldenburger Diakonie hat nach Ansicht ihres Vorstands Thomas Feld ein turbulentes Jahr hinter sich. ?Tarifkonflikte, Insolvenzen, die fristlose Entlassung des Kaufmännische Vorstands wegen Unterschlagungen und Millionenverluste in der Jahresbilanz haben uns ganz schön beschäftigt?, sagte Feld im epd-Gespräch. ?Aber wir sind nun wieder auf einem guten Weg.?

Gleich zum Jahresbeginn 2010 platze Feld zufolge ein mühsam erarbeiteter regionaler Tarifabschluss in der Altenpflege, der für die Mitarbeitenden Einbußen bedeutet hätte. Die Arbeitsrechtliche Kommission, die über die diakonischen Tarife in Niedersachsen wacht, habe die Vereinbarungen im Oldenburger Land abgelehnt. ?Es war erschreckend anzusehen, dass die Mitarbeitervertreter in der Kommission den Ernst der Lage nicht verstanden haben?, sagte Feld.

Im März mussten Feld zufolge daraufhin drei Altenheime in Oldenburg und Delmenhorst Insolvenz anmelden, obwohl alle Häuser zu deutlich mehr als 90 Prozent belegt waren. Doch der Insolvenzverwalter und die Mitarbeitenden, die befristet erhebliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssten, hätten die Häuser
und die Arbeitsplätze gerettet. ?Wir schreiben jetzt schon in allen Heimen eine zarte schwarze Null.?

Das eigentliche Problem seien die immer noch zu geringen Entgelte in der Pflege, klagte Feld. ?Die Schere zwischen den gezahlten Entgelten und den Tarifen geht weiter auseinander.? Hier gebe es aber erste Verhandlungserfolge. Gerade die stationäre Altenhilfe hat sich Feld zufolge in den vergangenen Jahren sehr verändert. Es zögen nur noch Menschen in ein Heim, die so schwer körperlich behindert, dement oder dem Tode nahe seien, dass ihnen Zuhause nicht mehr geholfen werde könne. ?Noch vor zehn Jahren lebten die
Menschen rund fünf Jahre im Heim. Heute liegt die Verweildauer nur noch bei drei Monaten.?

Im Mai habe die Diakonie den nächsten Schlag hinnehmen müssen: ?Wir mussten unseren Vorstand Joachimvon der Osten fristlos entlassen?, sagte Feld. Der Kaufmann habe über Jahre insgesamt rund 120.000 Euro unterschlagen. Die Angelegenheit liege nun beim Staatsanwalt.

Trotz zuletzt negativer Bilanzen wird Feld zufolge die Diakonie Ende 2011 wieder schwarze Zahlen schreiben. 2009 hatte die Diakonie im Oldenburger Land nach ihrer im Oktober vorgestellten Bilanz fünf Millionen Euro Verlust gemacht. Doch ein großer Teil seien Einmaleffekte, weil beispielsweise Gebäude neu
bewertet wurden, erläuterte Feld. In der Frage, ob sich die Diakonie angesichts der hohen Kosten ihr Engagement in der Pflege noch leisten könne, blieb Feld eindeutig: ?Wir dürfen uns als Kirche und Diakonie nicht zurückziehen.? Die Kirche habe neben ihrem Verkündigungsauftrag auch den Auftrag, für Menschen in Notsituationen da zu sein.

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