Suche

A A A

 

Suche

Druckversion

Glücksspiel und Sportwetten

Diakonie-Fachstellen bieten Ausstiegshilfen für Spieler

Oldenburg, 30.12.2009
- "Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt, sagt Friedrich Schiller, und hat recht. Dasselbe sagt heute aber auch manch privater Wettanbieter und hat damit Unrecht," stellt Diakonie-Referent Kai Kupka fest. Während Schiller die (kindliche) spielerische Welterfahrung meint, zielt der andere ganz banal aufs Zocken. Kupka hat nichts gegen ein kleines Spielchen. Die korrupten Machenschaften aber, welche die Staatsanwaltschaft Bochum in der vergangenen Woche aufgedeckt hat, sind doppelt empörend. Die Bestechungsopfer der Wettmafia seien oft pathologische Glücksspieler und bis über beide Ohren verschuldet. Wenn pathologische Glücksspieler selber nicht wissen, dass sie suchtkrank sind, seien sie in der Tat anfällig für fadenscheinige Angebote.
Zocken kann suchtkrank machen, betont Kupka. Die Glücksspielbranche lebt gut von den pathologischen Spielern. Die Riesensummen, die gewonnen werden können, müssen von andern verloren werden, sonst rechnet es sich nicht, stellt Kupka fest. Hohe Summen sind aber nur von Vielspielern zu erwirtschaften. In der Branche werden sie Intensivspieler genannt. Süchtige Spieler sind im Schnitt mit 25.000 ? verschuldet, ehe sie eine Entwöhnung beginnen. Bei die meisten entspricht der Schuldenberg etwa dem eineinhalbfachen Jahresgehalt.
Deswegen fordert die Diakonie, Glücksspiel und Sportwetten staatlich mehr zu kontrollieren. Niedersachsen geht mit gutem Beispiel voran, stellt Kupka fest. Hier wird die wissenschaftlich nachgewiesene Suchtgefahr anerkannt und ihr wird begegnet: Das Land hat flächendeckend Mittel für Prävention und Intervention freigesetzt. Die derzeitige Regulierung des Wettmarktes reicht jedoch nicht aus. Die meisten süchtigen Spieler haben ihr Glück an Spielautomaten verloren. Die aber fallen noch gar nicht unter das Glücksspielgesetz. Das Internet, mit seinen unbegrenzten Möglichkeiten (auch Geld zu verlieren) scheint sich noch jeder Regulierung zu entziehen. Das Online-Spiel birgt ein gewaltiges Gefährdungs- und Suchtpotenzial, das nach Meinung von Diakonie-Referent Kai Kupka unbedingt beobachtet und streng reguliert werden muss.
Pathologisches Glücksspiel ist eine Erkrankung, stellt Kupka fest. Um den Spielern besser helfen zu können, ist eine Enttabuisierung nötig. Die Zahl der Spieler wächst, weiß Kupka.
Ausstiegshilfen gibt es in den Diakonie-Fachstellen für Sucht- und Suchtprävention in Bad Zwischenahn, Tel. 04403 / 3179 und in der Stadt Oldenburg, Tel.0441 / 72051.
Kontaktfooter Landesverband
Kontakt

Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg
Kastanienallee 9-11 · 26121 Oldenburg
Telefon 0441 21001-0 · Fax 0441 21001-99 
lv@diakonie-ol.de

Spendenkonto

Evangelische Bank
IBAN: DE82 5206 0410 0506 4060 41
BIC: GENODEF1EK1

 
Diakonie - die soziale Arbeit der Kirche.

Rückmeldung zu dieser Webseite

Haben Sie eine Anmerkung zu dieser Webseite oder Korrekturvorschläge für die hier veröffentlichten Inhalte? Schreiben Sie uns!


Code