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Zus.Arbeitskräfte

NEVAP fordert differenzierte Diskussion um Einsatz von Langzeitarbeitslosen als zusätzliche Betreuungskräfte in der Pflege

Oldenburg / Hannover, 19.08.2008
- Die Bundesagentur für Arbeit will Tausende schwer vermittelbare Arbeitslose zur Betreuung Demenzkranker in Pflegeheimen einsetzen - ein Vorhaben, das in Pflegekreisen auf ein wechselndes Echo trifft. Aus Sicht des Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und ambulante pflegerische Dienste (NEVAP) muss die Diskussion differenzierter geführt werden.

?Es gibt Langzeitarbeitslose, die durchaus geeignet sein werden, und es gibt Langzeitarbeitslose, die die erforderlichen Qualifikationen nicht mit-bringen und daher nicht infrage kommen?, kommentiert Joachim von der Osten, geschäftsführender Vorstand des NEVAP. Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und ambulante pflegerische Dienste (NEVAP) ist übergreifend für die landeskirchlichen Diakonischen Werke der größte Fachverband in Niedersachsen und vertritt 182 Träger mit 327 ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen. Sie beschäftigen mehr als 11. 000 Mitarbeitende.

Aufgrund der Regelung § 87b SGB XI sind in Deutschland mit Sicherheit über 10.000 neue Stellen zu besetzen, erwartet von der Osten und betont: ?Die Bewerber müssen Anforderungen erfüllen, die vorab klar zu definieren sind. Es ist nicht vorstellbar, Menschen, die keinen Draht zu Älteren haben oder allgemein Schwierigkeiten im Umgang mit anderen haben, jetzt für zusätzliche Betreuung in Pflegeheimen heranzuziehen, nur weil sie langzeitarbeitslos sind. Wir tragen eine große Verantwortung für die Pflegebedürftigen und müssen garantieren, dass die zusätzliche Betreuung fachlichen Kriterien genügt.? Daher sollte in den Richtlinien, die zu erstellen sind, auch der Zeitaufwand für die Anleitung durch Fachpersonal bedacht werden, fordert der Diakonische Altenhilfeverband. ?Das Fachpersonal ist nicht nur für die Einarbeitung zuständig, sondern muss durch regelmäßige Gespräche im Auge behalten, ob alle Beteiligten zufrieden sind. Gerade, weil die Pflegebranche in den letzten Monaten mit harter Kritik umgehen musste, ist es notwendig, dass Experten, Politik und Bundesagentur hier kein falsches Signal setzen?, mahnt von der Osten.

Bei der Auswahl zusätzlicher Betreuungskräfte müsse neben der persönlichen Qualifikation auch die Bedürfnisse der jeweiligen Einrichtung berücksichtigt werden. Nur dann sei gewährleistet, dass Bewerber und Arbeitgeber zueinander finden und sich ein Nutzen für Einrichtungen und Altenheimbewohner ergibt. ?Dass die Bundesagentur bei der schnellen Besetzung der Stellen behilflich sein will, ist lobenswert. Und dass Langzeitarbeitslose als zusätzliche Betreuungskräfte einen neuen Arbeitsplatz bekommen ist gut.?

?Entscheidend sei?, so von der Osten, ?dass die Persönlichkeit der Bewerber auf das noch zu schaffende Profil passt, und dass eine gute Einarbeitung folgt. Die vorgesehenen 160 Stunden sind für jemanden, der keine Erfahrung im Pflegebereich hat, sehr, sehr kurz bemessen,? so von der Osten. Neben der äußerst wichtigen theoretischen Einführung sei es auch notwendig, dass sich die Bewerber in der Praxis bewähren. Daher rät von der Osten zu einer Erweiterung der praktischen Orientierungsphase.
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