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Akzeptanz von Alkohol zu hoch

Sozialtherapeut fordert wirksame Maßnahmen

Jürgen Schlieckau stellt sein neues Buch vor
Jürgen Schlieckau stellt sein neues Buch vor.

Oldenburg, 24.03.2015 - Jürgen Schlieckau stellt in seinem neuen Kompendium den aktuellen Gesamtzusammenhang der Alkoholkontrollpolitik in Deutschland dar. Damit will Schlieckau zum besseren Verständnis der Alkoholpolitik beitragen. Er informiert den Leser umfassend über den aktuellen Forschungsstand zur Alkoholprävention, über vorliegende Alkohol-Aktionspläne sowie über den Grad der Umsetzung von Massnahmen zur Alkoholprävention und deren Effektivität.

Schlieckau setzt sich in seinem Werk ideologiekritisch mit der europäischen und deutschen Alkoholpolitik und der Rolle der Alkoholindustrie auseinander.

Als Hauptprobleme öffentlicher Gesundheit (Public Health) identifiziert Schlieckau den hohen durchschnittlichen Alkohol-Konsum und das Rauschtrinken. Beide Formen des Alkoholmissbrauches werden nicht allein von Jugendlichen, sondern von Menschen aus allen Altersschichten ab dem Jugendalter betrieben.

Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung gibt es viele, stellt Schlieckau fest. Aber nur wenige können alkoholbezogene Schäden wirksam reduzieren.

Offensichtlich behindere die hohe gesellschaftliche Akzeptanz der Droge Alkohol die Umsetzung wirksamerer Maßnahmen. Deswegen plädiert Schlieckau für einen Paradigmenwechsel in der Alkoholpolitik, bei allen Akteuren und in allen Politik-Ressorts auf den unterschiedlichen Politikebenen. Statt den Blick nur auf Einzelpersonen oder bestimmte Gruppen in der Gesellschaft zu richten, müsse eine bevölkerungsbezogene Perspektive entwickelt werden. Als gelungenes Beispiel führt Schlieckau die Ächtung öffentlichen Rauchens an. Das habe zu einem stärkeren Konsumrückgang geführt, als alle Raucher-Entwöhnungsprogramme zusammen. Jetzt ist politischer Gestaltungswille in Bezug auf die „Volksdroge“ Alkohol gefragt. Über sachgerechte Information und durch konkretes politisches Handeln müsse die gesellschaftliche Akzeptanz wirksam herabgesetzt werden.

Schlieckau regt an, durch Kontrolle auf die Rahmenbedingungen für den Verkauf, Angebot und Nachfrage derart Einfluss zu nehmen, dass Gesundheitsrisiken verringert werden. Verhältnispräventive Massnahmen wie die Verteuerung von Alkohol oder die Begrenzungen der Verfügbarkeit von Alkohol haben eine schnelle und spürbare Wirkung auf die Konsumenten. Solche Maßnahmen kosten wenig: Ein wirksames Paket verhältnispräventiver Massnahmen verursacht nur etwa 1% der durch Alkohol verursachten Kosten für die Gesellschaft, hat Schlieckau ausgerechnet.

Begleitend dazu seien noch verhaltenspräventive Maßnahmen notwendig. In schul- und familienbezogenen Maßnahmen muss an der Veränderung gesundheitsgefährdender Gewohnheiten und Lebensstile gearbeitet werden, um die schädlichen Folgen individuellen Verhaltens direkt zu verändern.

Das Buch "Kompendium der deutschen Alkoholpolitik. Zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen brauchen wir eine wirksame Verhältnisprävention" von Jürgen Schlieckau ist gerade im disserta-Verlag, Hamburg erschienen.  Printausgabe und E-Book, 864 Seiten.

Jürgen Schlieckau wurde 1962 in Hameln geboren. Nach dem Abitur diente er zwölf Jahre als Offizier bei der Deutschen Bundeswehr. Sein Studium der Erziehungswissenschaften an der Bundeswehruniversität in Hamburg schloss der Autor 1986 als Diplom-Pädagoge (Erwachsenenbildung) erfolgreich ab. Er arbeitet seit 20 Jahren als Pädagogischer Leiter und Sozialtherapeut in der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik, Fachklinik für abhängigkeitskranke Jugendliche und junge Erwachsene in Großenkneten-Ahlhorn. Daneben engagiert er sich als Autor und Co-Autor einer Reihe von Fachbeiträgen zu den Sachthemen Alkoholpolitik, Alkohol- und Drogenmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen, Erziehung und Kommunikation und pädagogische Behandlungsansätze bei jungen Abhängigkeitskranken.

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