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Hauke Holm (v.li.), Barbara Driskell und Doris Kirstein diskutieren Ergebnisse des Jahresberichts der Fachstelle Sucht.
Hauke Holm (v.li.), Barbara Driskell und Doris Kirstein diskutieren Ergebnisse des Jahresberichts der Fachstelle Sucht.

Selbstheilungsversuch mit falschem Mittel

Fachstelle Sucht legt Jahresbericht vor

Oldenburg, 22.09.2015 - Seit einem Jahr leitet Barbara Driskell die Fachstelle Sucht der Diakonie in der Bloherfelder Straße. 992 Männer und Frauen sind in diesem Jahr zu Beratung und Behandlung in die Fachstelle gekommen, berichtet Driskell. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Jeder zweite der Ratsuchenden ist männlich. Bei den Frauen vermutet Suchtberater Hauke Holm eine riesige graue Zone der Tablettenabhängigkeit, die bisher keinen Zugang zur Suchtberatung gefunden hat, obwohl auch die Fachstelle Sucht Frauen eine eigene Gruppe anbietet. Da viele der Betroffenen mehrfach Kontakt zu Fachstelle haben, wurden 8.321 Kontakte gezählt. Hauptproblem der meisten Ratsuchenden ist Alkohol, berichtet Driskell. Immer häufiger beobachtet sie, dass zusätzlich psychische Auffälligkeiten, Depressionen, Ängste oder posttraumatische Belastungen diagnostiziert werden. Die Thearpie muss dann der jeweiligen Diagnose angepasst werden. Nur jeder Dritte kommt aus eigenem Antrieb in Fachstelle, um sich Hilfe auf dem Weg zu einem Leben ohne Suchtmittel zu holen. Bei den anderen haben Arbeitgeber, Ehepartner, Arbeitsagentur oder auch mal ein Gericht den Betroffenen klar gemacht, dass sie den Alkoholkonsum reduzieren müssen. Dann fällt den Betroffenen der Gang in Fachstelle schwer. Vor einer Therapie müssen sie sich erst einmal selbst motivieren. Dazu trägt die gute Atmosphäre in der Beratungsstelle viel bei. „Die Patienten fühlen sich gut aufgehoben,“ erklärt Driskell. Weil Alkohol trinken gesellschaftlich anerkannt und legal ist, wird sein Suchtpotential allgemein unterschätzt. Trinken ist oft ein Selbstheilungsversuch, erläutert die Psychotherapeutin, mit einem ungeeigneten Mittel. Vorbilder im näheren Umfeld der Betroffenen verleiten zu diesem Trugschluss. Wer vom Alkohol lassen will, muss auch die Probleme angehen, die Auslöser für die Sucht waren.

Mit neun Mitarbeitenden sichert die Fachstelle Sucht das Beratungsangebot für die Oldenbürger. Die Stadt Oldenburg gibt 77.000 Euro dazu (ohne Streetwork, Querbeet, Krankenhausberatung und Spielerberatung). Das Land Niedersachsen 53.000 Euro und Kirche und Diakonie beteiligen sich mit 65.000 Euro. Den größten Anteil (etwa 120.000 Euro) muss die Beratungsstelle durch ambulante Rehabilitation selbst erwirtschaften.

Langfristig wünscht sich Driskell mehr Geld für Prävention. Damit wir junge Menschen früher erreichen. Bevor sich nach zwei bis acht Jahren eine Suchtproblematik manifestiert. Die Grenze zur Sucht ist überschritten, wenn die Betroffenen Alkohol, Spiel oder Drogen nicht mehr kontrollieren können, erläutert Holm. Er beobachtet mit Sorge, dass Jugendliche häufiger trinken. Das darf man nicht tolerieren. Jugendliche erwarten, dass ihnen Grenzen aufgezeigt werden, mahnt er Eltern. Notfalls müssten sie ihren eigenen Umgang mit Alkohol überdenken.

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