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Kirchen sammeln für Wohnungslose

Geduldige Vermieter und Nachbarn gesucht

Oldenburger Land, 16. Dez. 2014 - 3.254 Beratungsgespräche verzeichnete die Diakonie im vergangenen Jahr in sechs Ambulanten Beratungsstellen der Wohnungslosenhilfe. Immer ging es um den drohenden Verlust der Wohnung und die Angst der Betroffenen bald auf der Straße zu sitzen. In fast allen Fällen konnte die Situation durch wenige Beratungen geklärt werden. Daneben betreut die Ambulante Wohnungslosenhilfe 125 Menschen, die keine Wohnung mehr haben und sich oft wechselnde Schlafplätze suchen. Das Leben auf der Straße hat sie verändert. Sie brauchen Zeit und sozialpädagogische Unterstützung, um wieder Fuß zu fassen. „Sie brauchen außerdem geduldige Vermieter und Nachbarn, die das wohnhaft werden mit freundlichem Rat und gelegentlicher praktischer Hilfe unterstützen,“ erklärt Mark Brockmann, Koordinator der Diakonie-Wohnungslosenhilfe im Oldenburger Land. Wer eine Zeit auf der Straße gelebt hat, muss das Führen eines eigenen Haushaltes häufig ganz neu lernen. Vor allem Wohnungslose unter 40 Jahren fehlen oft entsprechende Kenntnisse, hat Brockmann beobachtet. „Da erklären die Mitarbeiter der Diakonie schon mal, wie die Waschmaschine funktioniert oder Nachbarn zeigen, wie das Treppenhaus gereinigt wird. Manchmal erstellen wir mit den Betroffenen Hilfepläne, in denen alle Tätigkeiten vom morgendlichen Aufstehen und Duschen übers Kochen, Aufräumen und Müll rausbringen enthalten sind,“ erläutert Brockmann und fährt fort: „Für Menschen, die das Leben in einer eigenen Wohnung so kleinschrittig lernen müssen, ist Kochen schon die Kür.“ Dafür braucht es viel Geduld und Toleranz. Anträge und Formulare an Jobcenter, Krankenkasse, Sozialbehörden und Meldestellen werden dabei fast zum normale Begleitgeschäft der diakonischen Beratungsstellen. Wir wollen, dass die Menschen wieder dauerhaft in einer eigenen Wohnung leben und neue soziale Bindungen und Kontakte knüpfen. Denn durch ein Leben auf der Straße gehen diese völlig verloren.

Für Menschen, die auf der Straße leben oder sich auf den Weg in eine eigene Wohnung befinden, packt Marikka Trepte-Mittelstaedt zusammen mit ihrem Sohn Christoph Mittelstaedt zirka 70 Päckchen. Liebevoll eingepackt wird, was Obdachlose gut gebrauchen können: Schlafsäcke, Mützen, Schals und Handschuhe, Handtücher, Duschgel, Seife und vieles mehr. Die Päckchen werden in der Vorweihnachtszeit im Oldenburger Tagesaufenthalt an Wohnungslose verschenkt. Begonnen hat Mittelstaedt ihre Hilfsaktion vor über 10 Jahren, nachdem sie beobachtet hatte, das ein Wohnungsloser in der Nähe des Woldsees auf nacktem Boden übernachtete. Weihnachtstüten ähnlichen Inhalt verteilt die Diakonie in den meisten Beratungsstellen des Oldenburger Landes. Natürlich sind da neben praktischen Dingen auch ein paar Süßigkeiten, ein Pfund Kaffee oder Tabak für Raucher enthalten, verrät Brockmann. Alles Dinge, die Weihnachten für Wohnungslose zum Fest werden lassen. In Städten wie Wilhelmshaven organisieren Ehrenamtliche in den Räumen der Diakonie ein Festessen für Wohnungslose.

In allen Kirchen des Oldenburger Landes wird für Menschen in Wohnungsnot gesammelt. Zwar werden Beratung und Unterstützung vom Land Niedersachsen und von Kommunen finanziert, doch gibt es immer wieder Situationen, in denen die Diakonie die Eingewöhnung in eine eigene Wohnung konkret fördern kann. Dafür hofft die Diakonie auf große Unterstützung.

Hintergrund:

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe unterscheidet zwischen aktueller Wohnungslosigkeit, unmittelbar drohender Wohnungslosigkeit und unzumutbaren Wohnungsverhältnissen. Daneben benötigen ehemals Wohnungslose Unterstützung damit sie ihre Wohnung nicht wieder verlieren. Migranten in Übergangswohnungen werden bei Zählungen nicht eingerechnet, obwohl ihre Situation auch als Wohnungsnotlage einzuschätzen ist. Vgl. http://www.bagw.de/de/themen/wohnen/position_wohnen.html  bzw. http://www.bagw.de/media/doc/POS_10_BAGW_Wohnungsnotfalldefintion.pdf

 Die Diakonie hat im Oldenburger Land ein Netz an Anlaufstellen für Wohnungslose: 7 Ambulante Beratungsstellen in Delmenhorst, Nordenham, Oldenburg, Varel, Westerstede, Wildeshausen und Wilhelmshaven. In den Städten Delmenhorst, Nordenham, Oldenburg und Wilhelmshaven stehen Wohnungslosen zusätzlich 4 Tagesaufenthalte offen.

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