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Willkommenshelfer berichten

Nicola Lampe und Andreas Everinghoff betreuen junge Flüchtlinge

Großenkneten, 3.11.2016 - Die Eltern und die jüngeren Geschwister eines 10jährigen Jungen und eines 11jährigen Mädchens leben noch in Mossul. Geflohen sind die beiden Kinder mit der fünfköpfigen Familie der Tante, mit der sie jetzt in Wildeshausen leben. Als Andreas Everinghoff die Geschwister zu einer nachmittäglichen Unternehmung abholen will, weigert sich der Junge mitzukommen. An diesem Tag hat die Offensive auf Mossul begonnen. Everinghoff hört sich die Berichte und Sorgen der Kinder an, die zwar wissen, dass ihre Eltern mit den anderen aus der Stadt geflohen sind, aber nun keinen Kontakt mehr haben. Diese Ungewissheit ist für die Kinder schwer zu ertragen. Nach dem Gespräch entschließen sich die Kinder dann doch noch, mit ihrem Paten auf den geplanten Ausflug ins Goldenstedter Moor zu gehen. Es wird einer der schönsten und intensivsten Nachmittage mit den Kindern, erzählt Everinghoff.
Anfang März hatten der Landkreis Oldenburg und die Diakonie Paten für Flüchtlingskinder gesucht, die sich um geflüchtete Kinder und Jugendliche kümmern. Nicola Lampe ist auch eine Patin. Die Bankangestellte hat ein 15jähriges Mädchen aus Syrien unter ihre Fittiche genommen. Seit der ersten von der Diakonie arrangierten Begegnung ist ein Vertrauensverhältnis gewachsen. Dazu beigetragen hat auch, dass die 18 jährige Tochter von Lampe zu Ausflügen und Unternehmungen mitgekommen ist. Eins der intensivsten Erlebnisse war der Besuch eines Kletterwaldes. Auch weil man zum Klettern besonders aufeinander angewiesen ist. „Wir hatten sowas beide noch nicht gemacht,“ erzählt Lampe. Sprache ist beim Klettern weniger wichtig. Aber, so berichtet auch Everinghoff, die Kinder lernen die Deutsche Sprache unheimlich schnell. Jede Woche kommt viel Neues dazu. Die Erwachsenen tun sich da etwas schwerer, haben die Paten beobachtet. Bei Gesprächen am Rand der Unternehmungen mit den Patenkindern konnten sie den Familien schon manch nützlichen Tipp und Hinweise geben.
Es ist nicht nur für die Flüchtlingskinder alles neu hier, weiß Jens Hudemann vom Kinderschutz-Zentrum. Da auch die Begleiter in unerwartete Situationen kommen können, bietet er Ehrenamtlichen regelmäßige Treffen an. Dabei können sie mit anderen Betreuern Erfahrungen austauschen, und die Profis aus dem Kinderschutz-Zentrum oder der Diakonie-Migrationsberatung um Rat fragen. Jetzt suchen Landkreis Oldenburg und Diakonie weitere Willkommenshelfer. Wir wissen von einigen Kindern und Jugendlichen, die sich einen Paten wünschen.
Den Kontakt vermittelt Flüchtlingsberaterin Maja Sleur vom Diakonie-Büro in Großenkneten, Telefon: 04435/389950. Am Anfang bitten wir die Paten einen kleinen Fragebogen auszufüllen, so wie bei den Flüchtlingskindern auch. Denn wir wollen, dass die beiden zueinander passen. Fahrtkosten und Auslagen für Unternehmungen werden den Paten erstattet.

Kontakt
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