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Neueröffnung Fachklinik Weser-Ems

Diakonie therapiert Abhängigkeitserkrankungen in Oldenburg-Kreyenbrück

Oldenburg, 27. April 2017 - Die ersten Patienten werden am 3. Mai das neue Gebäude beziehen. Dann beginnt die Therapie in der neuen Fachklinik Weser-Ems im Zentrum von Kreyenbrück. Die Klinik befindet sich im südlichen Teil der Großstadt Oldenburg mit breitem Kultur- und Freizeitangebot. Umfassende medizinische Versorgungsangebote befinden sich in nächster Nähe. Die Fachklinik Weser-Ems bietet 80 stationäre und 20 ganztägig ambulante Plätze. Die Klinik hat vier Stationen mit jeweils zwei Bezugsgruppen. Die Behandlungszeit für Alkohol- und Medikamentenabhängige dauert in der Regel 12 bis 16 Wochen, für Drogenabhängige 20 bis 26 Wochen. Erwartet wird, dass die Betroffenen zur Behandlung bereit sind.

Der 10-Millionen-Bau wird geprägt durch zwei ineinander greifende Quadrate, die überschaubare Wohneinheiten aufnehmen. Für die Patienten stehen Einzelzimmer mit Nasszelle, teilweise rollstuhlgeeignet und mit überlangen, verstärkten Betten ausgestattet. Von den Gängen und gemeinschaftlich genutzten Räumen bieten sich attraktive Ausblicke und Einblicke in die Innenhöfe. Neben den Behandlungsräumen stehen Freizeit-, Kreativräume und Fitnessräume zur Verfügung. Auf jeder Station befindet sich eine Teeküche und im Erdgeschoss eine Cafeteria mit freiem W-LAN für die Patienten. Durch die Einzelzimmer und die überschaubaren Wohneinheiten wird eine eher familiäres Umfeld gestaltet und soziales Miteinander wie Verantwortungsgefühl gefördert. So ist das Angebot in der Klinik durch seine baulichen Strukturen und den strukturierten Tagesablauf darauf ausgerichtet, Ich-Funktionen zu verbessern und gesundheitsfördernde Lebensweisen in Gang zu setzen.

Der Chefarzt der neuen Fachklink, Dr. Manuel Seewald, erklärt: "Unser Ziel ist es, die persönliche Entwicklung der Rehabilitanden durch verschiedene therapeutische Angebote ganzheitlich zu fördern und ihre Fähigkeiten dauerhaft zu sichern. Sie sollen befähigt werden wieder ein möglichst selbständiges und selbstbestimmtes Leben als Teil der Gesellschaft zu führen. Dabei spielt die Erfahrung eine wichtige Rolle, dass man ohne Suchtmittel tragfähige Beziehungen aufbauen und unterhalten, sowie ein befriedigendes Leben führen kann. Zudem soll es der Aufenthalt in unserer Klinik ihnen ermöglichen, den Arbeitsalltag zu bewältigen und erwerbsfähig zu sein."

Ziel der Fachklinik ist es, Neigungen und Fähigkeiten des Rehabilitanden dauerhaft zu sichern und die persönliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern. Patienten sollen ihr Leben wieder selbständig und selbstbestimmt in die Hand nehmen, ohne Suchtmittel zu gebrauchen. Dabei lernen Betroffene wieder tragfähige und befriedigende Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu unterhalten.

Rehabilitation mit multidisziplinärem Team

„Mitten in der Stadt Oldenburg gibt es nun eine moderne Fachklinik zur Behandlung von Suchterkrankten aus der Weser-Ems Region,“ betont Diakonie-Vorstand Thomas Feld. „Die Fachklinik der Diakonie ist ein Kompetenzzentrum für die Rehabilitation abhängigkeitskranker Menschen. Mit über 40 Mitarbeitenden aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Sozialpädagogik, Arbeits-, Beschäftigungs- und Kunsttherapie, Sport- und Physiotherapie, Pflegedienst, Verwaltung und Hauswirtschaft wird die Diakonie künftig Menschen auf ihrem Weg aus der Sucht begleiten und betreuen. Mit der Klinikseelsorge steht Patienten hier auch ein explizit kirchliches Angebot zur Verfügung.“

In der Fachklinik Weser-Ems wird eine Behandlung favorisiert, die den gesamten Lebenshintergrund der Betroffenen berücksichtigt. Am Beginn jeder Behandlung steht daher eine umfangreiche Diagnose und Bewertung der Lebenswirklichkeit der Erkrankten. Sie basiert auf einem Ordnungssystem, das von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt wurde. Es wird mit den drei Buchstaben ICF abgekürzt und bedeutet „International Classification of Functioning, Disability and Health.“ Bei Bewertung und Diagnose in der Fachklinik der Diakonie wird das Individuum besonders wert geschätzt und die Autonomie von Patienten respektiert.

Sucht: chronische Erkrankung mit guten Chancen für eine erfolgreiche Therapie

Seit langem ist Sucht als Krankheit anerkannt. Die Kosten für eine Rehabilitation werden meist von der Deutschen Rentenversicherung übernommen. Denn bei der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen geht es auch um die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit. Im Vergleich zu anderen Therapien ist die Rehabilitationsbehandlung ausgesprochen erfolgreich, freut sich der Pressesprecher der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen, Thomas Rathmann. Die Erfolgsquote liegt über 80 Prozent. Die gute Botschaft für Betroffene lautet: „Sucht ist therapierbar.“ Der Behandlung in der Fachklinik geht eine Beratung in einer Fachstelle Sucht voraus. Hier wird auch geklärt, ob Krankenkasse oder Rentenversicherung für die Therapiekosten aufkommen. Dem Aufenthalt in der Fachklinik geht meist noch eine Entgiftung in einem anderen Krankenhaus voraus.

Abhängigkeit behandeln

Mit Abhängigkeit wird in der Medizin das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand bezeichnet. Diesem Verlangen ordnen Betroffene alles unter. Es beeinträchtigt ihre Persönlichkeit, zerstört die sozialen Bindungen und mindert die sozialen Chancen der Betroffenen. Dabei unterscheiden sich stoffliche Abhängigkeit und der schädlicher Gebrauch von Substanzen kaum von nichtstofflichen Abhängigkeiten. Nach dem Abklingen körperlicher Entzugserscheinungen bleiben die psychischen und sozialen Elemente der Abhängigkeit bestehen. Sie zu behandeln ist Aufgabe der neuen Fachklinik.

Weil Abhängigkeitserkrankungen zu vergleichbaren Folgen und Beeinträchtigungen führen, können sie gemeinsam behandelt werden. In der Fachklinik Weser-Ems werden Abhängigkeitserkrankte daher nicht nach ihren Suchtstoffen unterschieden.

Die neurobiologische Forschung der letzten Jahre belegt, dass Suchtstoffe die Verschaltung und die Reaktionsweisen im Belohnungssystem des Gehirns verändern. Suchtstoffe greifen in die Biologie der Handlungssteuerung ein. Das betrifft auch Prozesse der Willensbildung, die bei Süchtigen krankheitsbedingt verändert sind.

In der Fachklinik Weser-Ems werden deshalb Patienten mit Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit ab 18 Jahren behandelt. Auch nichtstoffgebundene Süchte werden behandelt.

Indikatoren

Indikatioren für eine Reha-Behandlung sind Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten, Illegalen Drogen oder neuen psychoaktiven Substanzen. Außerdem werden Patienten behandelt, die neben der Suchterkrankung noch andere Störungen aufweisen, wie Schwer- und Schwersthörigkeit oder Gehörlosigkeit, Verhaltensstörungen, Anfallsleiden, Mediensucht oder Pathologisches Glücksspiel. In der neuen Fachklinik können auch suchtkranke Menschen mit Hörschädigung und Gehörlosigkeit therapiert werden. Unterstützend bietet die Klinik auch Akupunktur nach NADA, um leichter Entzugssymptomatik, Suchtdruck, Unruhe oder Schlafstörungen zu behandeln. Das Angebot der Klinik umfasst auch genderspezifische Gruppenangebote.

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