Suche

A A A

 

Suche

Druckversion

Fachtag Migration

25. Februar 2016, Kulturzentrum PFL Oldenburg

Wer den Diskurs der letzten Monate zum Thema Flucht und Migration verfolgt, sieht eine zunehmende Dramatik. Das zeigen die verwendeten Metaphern: „eine Welle läuft auf Deutschland zu“,  das Land „droht überflutet zu werden“, „die Erstaufnahmeeinrichtungen laufen über“, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge „schlagen bei den Jugendämtern auf“, der öffentlichen Verwaltung „droht der Kollaps“, „Europa steht vor einer Jahrhundertaufgabe“, so ist zu lesen. Entsprechend dramatisch erscheint die zur Abwendung der Not zu leistende Hilfe. Dass hier unter dem Signet des Altruismus zuweilen auch institutionelle Eigeninteressen verfolgt werden, wird gern verschwiegen, gehört jedoch zum Gesamtbild. 

Wir möchten mit unserer Tagung etwas leisere Töne anschlagen und trotz der Dringlichkeit der aktuellen Herausforderungen zum Nachdenken anregen. Dazu wird Herbert Haslinger den ethischen Grundlagen diakonischer Flüchtlingshilfe nachgehen und uns dabei auf manche Paradoxien und Ambivalenzen des Helfens aufmerksam machen. Herbert Haslinger ist Professor an der Theologischen Fakultät Paderborn und einer der versiertesten Theologen im Bereich der Diakonischen Theologie. 

Prof. Bade ist emeritierter Professor für Neueste Geschichte der Universität Osnabrück und lebt heute in Berlin. Er war Gründer des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) sowie des bundesweiten Rates für Migration (RfM) und ist einer der ausgewiesenen Experten für Geschichte der deutschen und europäischen Migrationsbewegungen. Er rückt in seinem Vortrag das Bild der gegenwärtigen Migrations- und Fluchtbewegungen zurecht, wodurch sich manche aktuelle Aufgeregtheit relativiert und Lösungsperspektiven sichtbar werden, die über die aktuelle Situation hinausreichen.

In fünf Arbeitsgruppen werden wir Gelegenheit zum Austausch über einzelne Aspekte gegenwärtiger Flüchtlingsarbeit  geben.

Darüber hinaus freuen wir uns, den Fachtag zum Anlass nehmen zu können, einen Mitarbeiter des Diakonischen Werks mit dem goldenen Kronenkreuz zu ehren. Herr Theo Lampe arbeitet seit mehr als dreißig Jahren im Bereich der Flüchtlings- und Migrationssozialarbeit unserer Diakonie. Wie kaum ein anderer im Oldenburger Land kennt er sich mit allen Aspekten der Migrationsarbeit aus und hat sich um eine Vielzahl einzelner Menschen sowie von Migrantenorganisationen verdient gemacht. Ein besonderes Anliegen war Herrn Lampe immer die vernetzte Zusammenarbeit sowohl im Kontext von Kirche, Diakonie und Gesellschaft, als auch im Rahmen der Kooperativen Migrationsarbeit Niedersachsen (KMN). Wir freuen uns, dass Herr Staatssekretär Röhmann aus Anlass dieser Ehrung ein Grußwort sprechen wird.

Rückmeldung zu dieser Webseite

Haben Sie eine Anmerkung zu dieser Webseite oder Korrekturvorschläge für die hier veröffentlichten Inhalte? Schreiben Sie uns!


Code