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Abduhl (v.li.), Ole Martens und Til Waschek beim Einzug in das neue Wohnhaus der Diakonie-Jugendhilfe Collstede.
Abduhl (v.li.), Ole Martens und Til Waschek beim Einzug in das neue Wohnhaus der Diakonie-Jugendhilfe Collstede.

Flüchtlinge ziehen in neues Wohnhaus

Diakonie-Jugendhilfe betreut unbegleitete junge Ausländer

Bockhorn, 15. Nov. 2016 - Auf Bitten des Kreises hatte sich die Diakonie zum Bau eines neuen Wohnhauses entschlossen, um unbegleitete minderjährige Ausländer aufnehmen zu können. Abdul (17) aus Syrien war schon bei der Grundsteinlegung des neuen Wohnhauses der Jugendhilfe in Collstede dabei. Jetzt konnte er mit seine Habseligkeiten einziehen. Ruckzuck war der Schrank eingeräumt, Bett bezogen und die kleine Musikanlage zaubert mit arabischer Musik einen Hauch nahöstlicher Stimmung in das sonst noch etwas karge Zimmer im friesischen Bockhorn.

Die meisten anderen Jugendlichen, die auch zur Grundsteinlegung gekommen  waren, sind inzwischen über 18 Jahre alt. Sie nutzen jetzt das Wohnangebot zur Verselbständigung. Der Umfang der Betreuung ist bei ihnen geringer, erläutert Gruppenleiter Ole Martens. Wir sind nicht mehr den ganzen Tag ansprechbar. Auch die eigene Versorgung müssen die jungen Erwachsenen nun mehr und mehr selbst übernehmen.

Abdul hat sich für ein Zimmer in der Wohngruppe mit mehr Betreuung entschieden. Er will mit der Verselbständigung noch etwas warten. Bis er wirklich 18 ist. Die Mitarbeitenden der Jugendhilfe sind für ihn wie für die anderen Jugendlichen so etwas wie Familienersatz. Sie können nicht wie die deutschen Jugendlichen regelmäßig zur Familie nach Hause fahren. Handy, Internet sind die einzige Möglichkeit, Kontakt zur Familie aufzunehmen. Manchmal braucht es dann sogar noch Boten, die die per Internet übermittelte Botschaft bis zur Familie in den unwegsamen Bergen zu tragen.

Die Bedeutung der Jugendhilfe als Familienersatz wird umso wichtiger, als der Nachzug der richtigen Familie durch Gesetze und Verordnungen immer weiter erschwert wird. 

Die jungen Flüchtlinge haben auf ihrer Flucht zwar bereits ein hohes Maß an Eigenständigkeit bewiesen und sind schnell zu jungen Erwachsenen gereift, erzählt Martens. Aber sie freuen sich auch über Geborgenheit in der Einrichtung, den direkten Kontakt zu den Mitarbeitenden und die individuelle Betreuung. Murat hat nach getaner Arbeit erstmal die neue Dusche ausprobiert und kam dann in die große Wohnküche im Zentrum des Hauses. Das wird der Treffpunkt an dem alle zusammenkommen, ist sich Martens sicher. Wenn erst einmal alle 9 Plätze belegt sind. Im Moment kommen nicht mehr so viele Flüchtlinge und Migranten nach Deutschland. Deswegen wird etwa die Hälfte der Plätze an deutsche Jugendliche vergeben.

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