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Psychologin Anastasia Kalaitsidou und Chefarzt Dr. Manuel Seewald zeigen eines der Bilder, das die Patienten für die Stationen der Klinik gestaltet haben.
Psychologin Anastasia Kalaitsidou und Chefarzt Dr. Manuel Seewald zeigen eines der Bilder, das die Patienten für die Stationen der Klinik gestaltet haben.

Die Sucht besiegen

Im Kampf gegen die Abhängigkeit unterstützt die Fachklinik Weser-Ems derzeit 60 Patienten - Im Mai eröffnet

Oldenburg, 11.07.2017. Ohne Druck und ohne Scham. Einfach sein, wie man ist. In der Fachklinik Weser-Ems erleben die Patienten genau dieses Gefühl. In der Therapie wollen sie lernen, ein Leben ohne Suchtmittel zu führen. Auch Robert und Bianca sind deshalb in die im Mai eröffnete Klinik in Oldenburg gekommen. Sie sind zwei von aktuell 60 Patienten. Sie sind beide stoffgebunden abhängig. Bianca nach Speed und Amphetaminen, Robert nach Alkohol und Methamphetaminen.

 „Ich bin wirklich motiviert und nehme das sehr ernst“, erzählt Bianca, die eine der ersten Patientinnen war. Offen spricht sie über ihre Drogensucht. „Mir ist es sehr wichtig ehrlich zu sein“, erzählt sie weiter. Die Therapie empfindet sie als sehr befreiend. Brutal ehrlich zu sich und anderen, das waren Bianca und Robert lange nicht. Aber in der Therapie lernen sie, sich mit ihrer Sucht und den Suchtgründen auseinanderzusetzen. „Hier wird man wirklich mit seinen Problemen konfrontiert. Das kostet viel Kraft“, erzählt Robert. Aber die ersten Erfolge motivieren. In der Kunsttherapie hat er seine verloren gegangene Leidenschaft fürs Zeichnen wiederentdeckt. „Wir versuchen hier gezielt an die Ressourcen der Patienten anzuknüpfen“, berichtet Gruppentherapeutin und Psychologin Anastasia Kalaitsidou. Gemeinsam werden so neue Perspektiven entwickelt. "Man entdeckt eine Kraft in sich, von der man gar nicht mehr wusste, das man sie hat", schildern Bianca und Robert.

Die Selbstwahrnehmung spielt auch in der Kunsttherapie eine wichtige Rolle. Aber auch andere Projekte werden verwirklicht. Gemeinsam gestalten die Gruppen dort auch Bilder für die noch weißen Wände der Klinik. „Langsam kommt Farbe auf die Stationen“, freut sich Chefarzt Dr. Manuel Seewald. Insgesamt umfasst die Fachklinik vier Stationen in denen jeweils 20 Einzelzimmer belegt werden können. Bis zu 80 Menschen können stationär aufgenommen werden. Sie bleiben in der Regel zwischen 13 bis 20 Wochen. Dazu gibt es weitere 20 Plätze für ganztägig ambulante Patienten. Ob Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht, alle Abhängigen können in der Klinik Hilfe finden. Deutschlandweit einzigartig ist die Station für Hörgeschädigte. „Die Gruppe ist immer voll“, berichtet Seewald.

Auch in der Therapie spielt die Gruppe eine wichtige Rolle. Denn in der Fachklinik baut vieles auf der Gruppentherapie auf. In der Gruppe finden die Patienten Rückhalt, lernen Menschen mit ähnlichen Problemen kennen und üben auch den Umgang mit Konflikten. „In unserer Gruppe ist es aber sehr harmonisch“, berichten Bianca und Robert. Das einzige Konfliktpotenzial ist die Frage, wer die Küche putzen muss. Denn jede Gruppe verfügt über eine eigene Teeküche. Für die Ordnung dort sind die Patienten genauso zuständig, wie für die Reinigung ihres Zimmers. Schließlich soll das Entwöhnungsprogramm kein Hotelurlaub sein, sondern die Patienten wieder an einen strukturierten Alltag gewöhnen und die Rückkehr beziehungsweise den Wiedereinstieg in einen Beruf vorbereiten. Dazu können die Patienten bei der Arbeit in den Werkstätten, in der Cafeteria oder der Küche ihre Belastungsfähigkeit erproben und vielleicht auch neue Perspektiven entdecken.

Neben der Therapie sind die Patienten auch in den Klinikalltag stark eingebunden. Jede Woche findet eine Vollversammlung mit allen Patienten und dem medizinischen Team statt. Der Spagat zwischen Vorgabe der Struktur und Eigenverantwortung der Patienten muss immer wieder gelebt werden. Robert und Bianca finden ihn sehr geglückt. Denn genau wie alle anderen sind sie freiwillig in der Klinik und dürfen nach den ersten Wochen auch das Gelände verlassen. „Wenn die Patienten in ihren Alltag zurückkehren ist der Supermarkt auch wieder um die Ecke“, erläutert Seewald. Deshalb sei es wichtig, dass sie auch während der Therapie lernen nicht zum nächsten Supermarkt zu gehen, wo es Alkohol und Lotteriescheine zu kaufen gibt.

Dennoch Rückfälle gehören für Seewald und sein Team zur Therapie dazu. Denn auch wenn in der Klinik alles dafür getan wird, dass die Patienten gesund, clean und trocken werden. „Das Suchtgedächtnis hält ein Leben lang und es bleibt immer eine Anstrengung, der Sucht nicht wieder nachzugeben“, sagt Kalaitsidou. Deshalb ist sie froh, dass nach dem Klinikaufenthalt bei den meisten Patienten die Therapie in einer ambulanten Beratung oder einer der Suchthilfestellen der Diakonie weitergeht.

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