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Dr. Brigitte Augustin (2. von rechts) und Monika Zabel (rechts) freuen sich über das ehrenamtliche Engagement von Susanne Rose (von links), Heike Bödeker und Gunda Krüder. Foto: Kerstin Kempermann
Dr. Brigitte Augustin (2. von rechts) und Monika Zabel (rechts) freuen sich über das ehrenamtliche Engagement von Susanne Rose (von links), Heike Bödeker und Gunda Krüder. Foto: Kerstin Kempermann

Gespräche und handfeste Unterstützung

20 Jahre Evangelische Seniorenhilfe Delmenhorst - Neue Ehrenamtliche gesucht

Delmenhorst, 19.11.2018 - Mit Unterstützung beim Waschen von Gardinen fing es an. Inzwischen kümmert sich Gunda Krüder bei ihren Besuchen um alles, was im Haushalt und Garten anfällt. Für den älteren Herrn, den sie über die Evangelische Seniorenhilfe Delmenhorst unterstützt, ist das ein großes Glück. Er kann so weiter Zuhause wohnen bleiben und freut sich über die regelmäßigen Besucher von Frau Krüder, die bereits seit zehn Jahren ehrenamtlich diese Aufgabe übernimmt. Beim gemeinsamen Spiegeleier-Essen bleibt dann auch immer Zeit für ein gemütliches Gespräch.

Denn für die Evangelische Seniorenhilfe Delmenhorst, die vor 20 Jahren gegründet wurde, ist der soziale Aspekt das Entscheidende. „Wir sind keine Reinigungsfirma“, betont Monika Zabel, die Leiterin der Evangelischen Seniorenhilfe. Entstanden ist die Seniorenhilfe 1998 auf Anregung aus dem Besuchsdienst der Stadtkirchengemeinde. Von dort kam die Rückmeldung: „Gespräche sind gut, aber es braucht auch handfeste Unterstützung.“ Genau die will der Verein liefern. Ob Hilfe im Haushalt, Unterstützung beim Arztbesuch oder der gemeinsame Einkauf, die Ehrenamtlichen helfen den Senioren länger eigenständig zu leben. „Und natürlich helfen die Besuche auch gegen die Einsamkeit. Der Besuch unserer Ehrenamtlichen ist für die Senioren oft der Höhepunkt des Tages“, berichtet Zabel.

Sie ist diejenige, die die ersten Gespräche mit den Ehrenamtlichen und den Senioren führt. „Ich achte sehr genau darauf, dass es passt“, schildert sie. Denn für sie steht der soziale Aspekt im Vordergrund. Aber auch die räumliche Nähe spielt eine Rolle. Denn die Ehrenamtlichen bekommen für ihre Tätigkeit nur eine Aufwandsentschädigung von 7,50 Euro. Weite Wege will Zabel vermeiden. Während es für die Senioren, die sich Unterstützung wünschen, inzwischen eine Warteliste gibt, wird die Suche nach Ehrenamtlichen immer schwieriger. Derzeit unterstützen 56 Ehrenamtliche knapp 150 Senioren. „Seit drei Jahren wird es immer schwerer, Ehrenamtliche für dieses wichtige Engagement zu finden“, sagt Dr. Brigitte Augustin, die 1. Vorsitzende des Vereins. „Wir versuchen, mit regelmäßigen Schulungen neue Ehrenamtliche zu gewinnen.“

So kam auch Susanne Rose zum Verein. Seit zwei Monaten unterstützt sie ein Ehepaar. „Eigentlich habe ich die Schulung im März nur besucht, um zu sehen, was bei der Unterstützung meiner Eltern und Schwiegereltern auf mich zu kommt“, erzählt die 55-Jährige. Doch dann entschied sie sich, den Verein zu unterstützten. Innerhalb kürzester Zeit sei eine tolle Beziehung zu dem Ehepaar entstanden, berichtet sie.

Die Schulungen der ehrenamtlichen Mitarbeiter sind wichtig. Senioren mit Pflegegrad können seit 2015  die Unterstützung der geschulten Ehrenamtlichen als Entlastungsleistungen abrechnen. Fortbildungen werden aber auch zu anderen Themen angeboten. Beispielsweise zum Thema Abschied. „Man gewöhnt sich sehr aneinander und dann ist es gut, wenn man über Tod und Trauer sprechen kann“, sagt Krüder, die solche Abschiede bereits erlebt hat. Zabel ist es wichtig, engen Kontakt zu den Ehrenamtlichen zu halten, um sie auch in solchen Situationen unterstützen zu können.

Neben der Unterstützung im Haushalt bietet der Verein seit 2005 über das Projekt „Atempause“ auch Entlastung für Angehörige von demenziell Erkrankten. Stundenweise kommen Ehrenamtliche wie Heike Bödeker in die Familien. Seit zwei Jahren unterstützt Bödeker ein Ehepaar, bei dem die Frau an Demenz erkrankt ist. „Anfangs konnten wir noch Mensch ärger dich nicht spielen und Spaziergänge machen“, erzählt sie. Mittlerweile sind nur noch Spaziergänge im Rollstuhl möglich. Der Austausch geht nur noch über Blickkontakt und Berührungen. „Dennoch kann ich spüren, dass die Seniorin sich über meinen Besuch freut. Und auch zu ihrem Mann ist in der Zeit eine intensive Beziehung entstanden“, berichtet Bödeker.

 

Im Frühjahr 2019 bietet die Evangelische Seniorenhilfe Delmenhorst die nächste Schulung für Ehrenamtliche, die Senioren unterstützen möchten. Nähere Informationen bei Monika Zabel 04221 - 12 98 85.

Weitere Informationen zur Evangelischen Seniorenhilfe Delmenhorst auf der Internetseite http://www.dw-ol.de/scripts/frontend/index.php?ACTION=MENUEPUNKT&ID=13919&displayText=0

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