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Jugendhilfe gestern - heute - und morgen

Johannesstift feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einem Fachtag

Vechta, 5.6.2018 - Seit 50 Jahren besteht das Johannesstift in Vechta. Für die Jugendhilfeeinrichtung Anlass, nicht nur in die Vergangenheit zu schauen, sondern auch in die Zukunft. Dazu hatte das Johannesstift zu einem Fachtag ins Kreishaus nach Vechta eingeladen. „Wir wollen die Zukunft gestalten, dazu erhoffen wir uns von diesem Fachtag unter der Überschrift Jugendhilfe gestern - heute - morgen Anregungen und Impulse“, sagte Einrichtungsleiter Thomas Zellner in seiner Begrüßung.

Einen ersten Impuls setzte Diakonie-Vorstand Thomas Feld, der auch Mitglied des Vorstands des Johannesstiftes ist, in seinem Grußwort. Er erinnerte an die unrühmlichen Erziehungsmethoden in den Heimen der 50er und 60er Jahre und machte deutlich, welcher Anspruch aus dieser Erfahrung für die Jugendhilfearbeit entsteht, damit so etwas nie wieder passieren kann. „Im Johannesstift wissen Sie um die Potenziale und die Verletzlichkeit ihrer Bewohner, sie haben ihr Kinderdorf geöffnet und setzen sich nachhaltig mit Kinderrechten und Partizipation auseinander.“ So sei die Jugendhilfe fit für die Zukunft. Kreisrat Hartmut Heinen betonte, dass das Johannesstift ein wichtiger Teil der Jugendhilfe im Landkreis sei. Es sei ein Ort, wo die Kinder und Jugendlichen die Hilfe bekommen, die sie sonst nicht erhalten.

Den rechtlichen Rahmen für diese Hilfe machte Prof. Dr. Reinhard Wiesner in seinem Vortrag " Kinder und Jugendhilferecht gestern, heute und auch morgen?" deutlich. "Das Recht bildet den Rahmen für die Arbeit. Damit dieser passt, braucht es aber immer den Input aus der Praxis", sagte Wiesner, der bis 2010 Leiter des Referats Rechtsfragen der Kinder- und Jugendhilfe im Bundesfamilienministerium war. Leider sei in der Realität neben dem Gesetz auch die Kassenlage ein wichtiger Faktor für die Ausgestaltung der Jugendhilfe. Mit Blick auf die derzeitigen Reformdebatten zum Gesetz sagte er: "Bevor wir über Reformen reden, sollte die derzeitige Situation genau in den Blick genommen werden." Zuerst gelte es, sich den Differenzen zwischen Rechtslage und Praxis zu widmen. Als ein Beispiel nannte er die mangelnde Personalausstattung in Jugendämtern und KItas.

Auf die fehlenden Fachkräfte ging auch der stellvertretende Leiter des niedersächsischen Landesjugendamtes, Dr. Dirk Härdrich, in seinem Vortrag ein. Der Nachwuchsmangel bei den Fachkräften ist für ihn eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft der Jugendhilfe. Je mehr Bereiche aus der Familie  - von der Kita bis zu Pflege - in die öffentliche Verantwortung gelegt werdendesto mehr Personal werde für diese Bereiche gebraucht. Dieses Problem müsse gesamtgesellschaftlich gelöst werden.

MIt Blick auf die anstehenden Reformen wünschte er sich eine selbstbewusste Jugendhilfe, die ihr Wissen in den politischen Prozess noch stärker einbringt. Härdrich und Wiesner betonten beide: In der KInder- und Jugendhilfe geht es immer um individuelle Schicksale, für die im Rahmen der Rechtslage die beste Lösung gefunden werden muss. Deshalb funktioniere Standardisierung in diesem Bereich nur in begrenztem Maße. "Gelingende Jugendarbeit bleibt und ist immer Beziehungsarbeit", betonte Härdrich. Dafür sei auch die Elternarbeit sehr wichtig.

Diese stand auch im Mittelpunkt eines der Workshops im Anschluss. Außerdem ging es in den weiteren Workshops um Partizipation, Inobhutnahme und um "Care leaver". Also um junge Erwachsene, die aus der Hilfe herausgewachsen sind. Dieser Workshop wurde von einer Ehemaligen des Johannesstiftes eröffnet, die den Teilnehmenden eindrucksvoll über ihre Erfahrungen berichtete. "Die Themen der Workshops sind die Themen, die uns derzeit intensiv in unserer Arbeit beschäftigen", betonte Einrichtungsleiter Zellner. Er freute sich sehr, dass mehr als 150 Leute zu dem Fachtag ins Kreishaus nach Vechta gekommen waren.

 

Das Johannesstift

Bereits seit 1968 hält das Johannesstift als Einrichtung der freien Jugendhilfe erfolgreich Angebote für junge Menschen vor. Dank individuellen psychotherapeutischen und heilpädagogischen Hilfen bekommen Kindern und Jugendlichen im Johannesstift die notwendige und bestmögliche Förderung: beständig und verlässlich - auch in schwierigen Entwicklungsphasen.

Das Johannesstift versteht seine Arbeit familienergänzend, d.h. nach Möglichkeit soll eine Rückführung in die Ursprungsfamilie erfolgen. Ist dies perspektivisch nicht möglich, erhält die pädagogische Arbeit in stärkerem Maße familienersetzende Schwerpunkte, bzw. begleitet den jungen Menschen in die Verselbständigung.

 Aktuell können 98 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Wohnformen betreut werden. Dazu gehören Wohngruppen, Tagesgruppen, Erziehungsstellen, Inobhutnahme-Plätze und Angebote zur Verselbstständigung.

Mehr zum Johannesstift unter http://www.johannesstift-vechta.de

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