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Manchmal reicht es einfach zuzuhören

In der Bahnhofsmission ist immer viel los - Haupt- und Ehrenamtliche stehen als Ansprechpartner zur Verfügung

Fünf Tage die Woche in zehn Schichten sind die Haut- und Ehrenamtlichen der Oldenburger Bahnhofsmission im Einsatz. Aufmunternde Gespräche, Hilfe beim Umsteigen und ganz konkrete Unterstützung - jeder Tag bringt andere und neue Herausforderungen. Anlass genug, einen Blick auf eine Woche Bahnhofsmission zu werfen.

Montag

Die Bahnhofsmission hat noch gar nicht geöffnet, da warten die ersten zwölf Besucher schon im kleinen Vorraum. „Wenn es so früh schon so voll ist, wissen wir, da sitzen jetzt mindestens drei Besucher, die haben ein ernsthaftes Problem, um das wir uns kümmern müssen“, sagt Doris Vogel-Grunwald die Leiterin der Oldenburger Bahnhofsmission. Das Team von der Bahnhofsmission hat ein gutes Gespür dafür, wann Unterstützung gebraucht ist. „Wenn jemand sich an seiner Kaffeetasse festhält, ist das oft ein Zeichen, dass er ein Gespräch braucht.“ Manchmal reicht es, einfach zu zuhören. Oft vermitteln die Mitarbeiter aber auch Termine bei Beratungsstellen und Ärzten und organisieren Handschuhe und Schlafsäcke gegen die Kälte.  In der Bahnhofsmission treffen sich die unterschiedlichsten Gruppen. „Für viele sind wir montags nach dem einsamen Wochenende der erste Ort um wieder mit anderen Menschen zusammen zu sein“, weiß Vogel-Grunwald. Alle kommen gerne in den Bahnhof, weil es ein Ort ohne Stigmatisierung ist. „Wer sich hier aufhält, wird als normaler Reisender wahrgenommen. Das ist für viele sehr wichtig“, weiß Vogel-Grunwald.

Dienstag

Immer Dienstagsnachmittags kommt eine Gruppe von vier syrischen Frauen in die Bahnhofsmission. Für sie ist der wöchentliche Besuch in der Bahnhofsmission eine Atempause vom anstrengenden Familienleben in ihren zu kleinen Wohnungen. „Der Kontakt zu den Frauen in gleicher Situation ist natürlich das Wichtigste, aber auch die Ehrenamtlichen kommen gerne ins Gespräch mit der Gruppe“, erzählt Vogel-Grunwald. Geflüchtete sind nach wie vor eine Gruppe, die die Bahnhofsmission nutzt. Aber im Vergleich zu 2016 ist es deutlich ruhiger geworden. Vogel-Grunwald freut sich sehr, dass auch im Team der Ehrenamtlichen ein junger Syrer mitarbeitet. Für ihn ist die ehrenamtliche Tätigkeit eine tolle Möglichkeit, seine Sprache zu verbessern. „Dem Team tut es gut und auch im Kontakt mit unseren Besuchern ist es eine Bereicherung. Konkrete Schicksale zu kennen, hilft uns auch als Team beim Thema Flucht sprachfähig in den Gesprächen zu sein“, sagt Vogel-Grunwald.

Mittwoch

Bettenwechsel in den Kurkliniken. Gleich zwei Mal macht sich das mittwochs in der Bahnhofsmission bemerkbar. Morgens kommen die völlig entspannten Mütter an, die mit ihren Kindern auf dem Rückweg sind. Sie wissen schon, dass die Mitarbeiter der Bahnhofsmission ihnen gerne beim Umsteigen helfen. Nachmittags wird es hektischer: Dann brauchen die gestressten Mütter, die erst auf dem Weg in die Kur sind, Unterstützung. Mit Koffern und quengelnden Kindern an der Hand wäre das allein oft nicht zu schaffen. „Für viele ist es die erste Zugfahrt. Wir beraten schon vorab viel am Telefon“, erzählt Vogel-Grunwald und ergänzt: „Einige Mütter sind so angeschlagen, dass man sie wortwörtlich an die Hand nehmen muss.“

Aber nicht nur beim Umsteigen ist mittwochs viel los. Da an diesem Tag auch der Tagesaufenthalt für Wohnungslose an der Ehnernstraße später öffnet, ist auch in der Bahnhofsmission selbst viel los. Für die Wohnungslosen ist sie dann ein zentraler Ort, um sich aufzuwärmen und einen kostenlosen Kaffee zu genießen. Grundsätzlich aber gilt: „Die Bahnhofsmission ist kein Tagesaufenthalt. Hier kann man sich eine Stunde aufwärmen und ausruhen. Dann gilt es, weiter zu ziehen“, stellt Vogel Grunwald klar.

Donnerstag

„Altersarmut ist etwas, dass wir in der Bahnhofsmission immer deutlicher wahrnehmen“, erzählt Vogel-Grunwald. Deutlich wird das unter anderem donnerstags. Dann kommt eine Gruppe Senioren von der Tafelausgabe direkt zur Bahnhofsmission, um dort gemeinsam etwas Zeit zu bringen. Der Nachmittag ist für viele eine der wenigen Ausbrüche aus ihrer Einsamkeit, weiß Vogel-Grunwald. „Das sind alles Leute, die gearbeitet haben und bei denen die Rente nun nicht reicht“, erzählt sie. In der Bahnhofsmission können sie beim kostenlosen Kaffe gemeinsam etwas Zeit verbringen.

Freitag

Sehr voll ist es meistens auch am Freitagsnachmittag. Viele nutzen die letzte Chance vor dem Wochenende, um noch ein Mal ein Gespräch zu führen oder Probleme mit den Ehrenamtlichen zu besprechen. Die sind dafür extra geschult. Darauf legt Vogel-Grunwald viel Wert. Auch wenn die Schulungen die Finanzen der Bahnhofsmission belasten. Während die Ehrenamtlichen sich um die Gäste kümmern, verbringt die Leiterin der Bahnhofsmission viel Zeit am Computer in ihrem Büro und beschäftigt sich mit der Refinanzierung.

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