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Mit Enthusiasmus und Blick für die Realität

Serie zur Altenpflegeausbildung - Altenpflegeschüler lernen die eigenen Grenzen kennen

Delmenhorst/Ganderkesee, 26.02.2018 - Die Kraft andere zu pflegen hat man nur, wenn man auch sich selbst pflegt. Davon ist Jutta Lippok, die Leiterin der Berufsfachschule Altenpflege Delmenhorst überzeugt. Deshalb stand das eigene Wohlfühlen und der Umgang mit Stress, Ängsten und Trauer auch im Mittelpunkt eines Seminars mit den Schülerinnen und Schülern im ersten Ausbildungsjahr. Zu ihnen gehört auch Jessica Wilk, die in dieser Serie über ihre dreijährige Ausbildung berichtet. Unter anderem entspannten sich die Schüler bei gegenseitigen Handmassagen und dachten dabei gleich wieder an ihre Bewohner. „Eine Handmassage lässt sich ja auch gut in den Pflegealltag integrieren“, findet Wilks.

Neben der Selbstreflexion  ging es in den Workshops auch sehr stark um Kommunikation und die Wahrnehmung der Situation der Bewohner. „Wir mussten nur zehn Minuten bewegungslos im Bett liegen und das kam uns schon lange vor. Unsere Patienten liegen manchmal deutlich länger, deshalb ist die richtige Lagerung so entscheidend. Das hat mir noch mal verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich in die Situation der Bewohner hineinzuversetzen. “, schildert Wilk. Auch an der Kommunikation arbeiteten die Pflegeschüler mit ihren Lehrern. „Wichtig ist es die Gefühle widerzuspiegeln“, weiß Wilk. Denn für unseren Gegenüber ist die Angst, Wut oder Trauer gerade sehr real. „Deshalb müssen wir das immer ernst nehmen.“

Und das trotz des engen Zeitplans, den natürlich auch die Auszubildenden in der Pflege in ihren Praxiszeiten schon spüren. Der Personalmangel ist überall Thema.  „Ich würde mir oft gerne noch mehr Zeit lassen. Aber das geht nicht immer“, weiß auch Wilk. Und so lernen schon die Auszubildenden abzuwägen, was möglich ist und was nicht. „Ich finde es toll, dass unsere Schüler Strategien finden Anspruch und Bedingungen zusammen zu bringen“, betont Lippok. Es sei wichtig, in der Ausbildung auch die eigenen Grenzen kennen zu lernen und klar zu sagen: „Das schaffe ich, aber noch mehr schaffe ich nicht.“

Entscheidend bleibe es, sich immer wieder in die Situation der Bewohner hineinzuversetzen. Der Einzug ins Pflegeheim, das Gefühl der Ohnmacht oder die schwindenden Fähigkeiten: „Für die Bewohner sind das existenzielle Erfahrungen, auf die die Pfleger immer wieder intensiv eingehen müssen. „Unsere Auszubildende haben alle diesen Anspruch. Sie gehen mit Enthusiasmus in die Pflege ohne den Blick vor der Realität zu verschließen“, sagt Lippok. Sie hofft, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege auf Dauer verbessert werden, damit der Wunsch nach mehr Zeit auch erfüllt werden kann.

 

Der nächste Ausbildungskurs startet am 17. August.2018. Mehr zur Anmeldung http://www.altenpflegeschule-del.de

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