Suche

A A A

 

Suche

Druckversion

„Mit Armut kann man kein Geld verdienen“

Abend der Begegnung: Diakonie-Vorstand Thomas Feld diskutiert mit Dr. Christoph Künkel über das Spannungsverhältnis von Wirtschaftlichkeit und diakonischer Kultur

Oldenburg, 7.3.2019 - Seit zehn Jahren leitet Thomas Feld als theologischer Vorstand die Diakonie im Oldenburger Land. Ein Anlass, beim Abend der Begegnung gemeinsam mit Dr. Christoph Künkel, auf die Herausforderungen in dieser Tätigkeit zu schauen. Oberlandeskirchenrat a.D. Künkel war bis 2017 Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. Er machte es gleich zu Beginn deutlich: „Es gibt für mich keine Kirche ohne Diakonie und keine Diakonie ohne Kirche. Kirche ohne Tat, ist nur Geschwätz, und Diakonie ohne das göttliche Wort ist nur Getue.“ Und Feld betonte: „Kirche muss in ihrer Gestalt als Diakonie als ernst zu nehmender gesellschaftlicher Akteur präsent bleiben.“

Künkel und Feld gingen in ihrem Gespräch immer wieder auf das Spannungsverhältnis Markt und Hilfe ein. Natürlich sei die Diakonie den Marktverhältnissen genauso unterworfen, wie die Mitbewerber, doch es gebe Grenzen.  „Ich möchte, dass ein Mitarbeiter in der Diakonie, Klienten bestmöglich versorgt, professionell und fachlich, weil das Gegenüber wie andere auch ein Recht darauf hat, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Diesem Recht aber steht der Markt zuweilen im Weg. Zumindest dann, wenn nicht mehr der Klient im Vordergrund des Interesses steht, sondern das Unternehmen. Diese Spannung zu benennen und an ihr zu arbeiten - ist eine spezifisch kirchliche, eine spezifisch diakonische Aufgabe“, sagte Künkel.  Feld betonte, der Markt komme überall da an Grenzen, wo wir es mit echter, substanzieller, wirtschaftlicher Armut zu tun haben. „Alle Hilfen, die wir in diesem Bereich anbieten, arbeiten, wenn alles gut geht, gerade auskömmlich. In der Regel können wir diese Arbeitsfelder aber nur mit Hilfe von kirchlichen Zuschüssen, Mitteln aus der Konzessionsabgabe und in nicht geringem Umfang über Spenden vieler engagierter Bürger aufrechterhalten. Mit Armut kann man kein Geld verdienen! Wer hier tätig werden will, muss bereit sein Geld mitzubringen.“ Das betreffe so unverzichtbare Arbeitsfelder wie die Bahnhofsmission, die Wohnungslosenhilfe, die Tagesaufenthalte, die Schuldner-, Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie die allgemeine kirchliche Sozialberatung und nicht zuletzt die Migrations- und Flüchtlingshilfe. Und mit Blick auf die Zukunft sagte Feld: „Diakonische Hilfe, die vom anderen ausgeht und ihn wahrnimmt, ohne schon an Möglichkeiten der Refinanzierung zu denken, darf nicht verloren gehen - welche Gestalt auch immer unsere kreisdiakonischen Werke haben werden. Ich wünsche sehr, dass es uns gelingt auch in Zukunft dafür hilfreiche Strukturen zu entwickeln.“

Auf die Spannung zwischen Wirtschaftlichkeit und diakonischer Kultur wies Künkel im Gespräch auch am Feld der Altenhilfehin: „Es hat sich inzwischen bis zu Herrn Spahn rumgesprochen, dass es Grenzen der Verwirtschaftlichung für so intime Vorgänge wie die Pflege von Kranken und Hochbetagten gibt. Pflege im Minutentakt ist nur ein anderer Ausdruck für Pflege im Akkord. Ein solcher Begriff aus der industriellen Fertigung ist mit der Hinwendung zu Menschen nicht vereinbar. Es wird Zeit, dass wir von diesen Berechnungsmodellen Abschied nehmen, denen auch wir in der Diakonie aufgesessen sind.“

Fast 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und den verschiedenen diakonischen Arbeitsbereichen waren zum Abend der Begegnung in den Oldenburgischen Landtag gekommen. Begrüßt wurden sie durch den Bischof der ev.-Luth. Kirche in Oldenburg Thomas Adomeit. Er dankte den Diakonie-Mitarbeitenden genauso wie den Partnern aus Kommunen, Städten, der Ökumene und befreundeten Verbänden und Organisationen. "Gemeinsam kann es uns gelingen, für eine Gesellschaft einzutreten, die den Menschen und seine Bedürfnisse in die Mitte stellt", sagte Adomeit. Dabei sieht der Bischof durchaus Luft nach oben. Er nannte als signifikantes Beispiel die Bezahlung von Mitarbeitenden in pflegenden und anderen sozialen Berufen". Mitarbeitende der Diakonie nutzen die Gelegenheit, den Gästen des Abends die Verdi-Forderungen in der laufenden Tarifrunde vorzustellen.

 

 

Aktuelle Meldungen:
1 | 2 | 3
Das Team der Fachklinik ist in den zwei Jahren zusammengewachsen.
20.05.2019

Moderne Therapie in modernem Gebäude

Fachklinik Weser-Ems feiert zweijähriges Bestehen - Bereits 742 Patienten wurden aufgenommen

Oldenburg - Vor zwei Jahren, im Mai 2017, nahm die Fachklinik Weser-Ems in Oldenburg die ...
Vertreter von City Management und Stadt besuchten das "grüne Wohnzimmer" mitten in Oldenburg. Am Sonnabend werden die Stadtgärten offiziell eröffnet.
09.05.2019

Erstmals beteiligt sich Diakonie-Projekt Querbeet an den Stadtgärten

Vor dem Büsingstift sorgt die Jugendwerkstatt für Nordseeflair

Oldenburg, 9.5.2019 - Noch sind die Stadtgärten nicht offiziell eröffnet. Doch bevor es am Sonnabend ...
Gruppenfoto zum Auftakt: Hiltje van der Wal aus Groningen (v.li.), Monika Wessels vom Landkreis Wesermarsch, Diakonie-Vorstand Uwe K. Kollmann aus Oldenburg, Ute Ahrens vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Ronny Gruhl, Diadema Oldenburg, Kristina Anderback aus Schweden, Laila Dam aus Dänemark und Carolien Ongena aus Belgien.
08.05.2019

Regional und sozial

5. Reframe Konference in der Wesermarsch

Nordenham-Blexen, 8. Mai 2019 - „Regional und sozial sind die entscheidenden Stichworte für Veränderungen in ...
Timm Kruse liest in Oldenburg, Brake, Wildeshausen und Bad Zwischenahn.
07.05.2019

Ein Jahr ohne Alkohol

Timm Kruse liest auf Einladung der Fachstellen Sucht aus seinem Buch „Weder geschüttelt noch gerührt“

Bad Zwischnahn/Brake/Oldenburg/Wildeshausen, 7.5.2019 - Wenn vom 18. bis 26. Mai bundesweit die Aktionswoche Alkohol stattfindet, ...
Diakonie-Vorstand Thomas Feld (v.li.) überreicht goldenes Kronenkreuz an Klaus Lücken, Hans-Rainer Klanke und Rainer Ewald.
30.04.2019

Drei goldenen Kronenkreuze

Rainer Ewald, Hans-Rainer Klanke und Klaus Lücken erhalten höchsten Auszeichnung der Diakonie

Wilhelmshaven, 30.04.2019 - Rainer Ewald, Hans-Rainer Klanke und Klaus Lücken sind mit der höchsten Auszeichnung ...
Werben für die 8. Oldenburger Inklusionswoche: Ute Dorczok von Haus Regenbogen (v.li.), Dörthe Bührmann von Oeins, Bettina Heeren vom Autismus-Therapiezentrum Oldenburg, Ilka Martin von Ma vie Budgetassistenz, Maike Dittmar von BeKoS – Beratungs- und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen, Peter Dresen, Fachstelle Inklusion der Stadt Oldenburg, Eva Brischke-Bau von SELAM, Sabine Ade von den Gemeinnützigen Werkstätten.
25.04.2019

Oldenburger Inklusionswoche beginnt am 4. Mai

Motto: Da kann ja jede*r kommen

Oldenburg, 25.April 2019 -  Die Akzeptanz für Inklusionsthemen nimmt in der Stadt zu, stellen Mitglieder ...
Das Sofa aus Paletten ist schon fertig und die ersten Beete für den Stadtgarten des Diakonie-Projektes Querbeet werden bepflanzt. Ole Martens (5. von links) und Kerstin Thein (6. von links) und die Teilnehmer des Projektes Querbeet freuen sich auf  ihr "W
23.04.2019

Wohnzimmer im Grünen

Diakonie-Projekt Querbeet beteiligt sich erstmals an den Oldenburger Stadtgärten

Oldenburg, 23.4.2019 - Während die Latten für den Pippi-Langstrumpf-Zaun noch gestrichen werden, sind die ersten ...
Karin Weiß-Schneemann (Mitte) bei der Übergabe des symbolischen Schecks an Wiebke Bartels und Wilhelm Wilken von der Wohnungslosenhilfe. Foto: Dana Ehlert/Friesländer Bote
16.04.2019

Wohnungslosenhilfe Friesland erhält Spende über 333 Euro

Diakonie bietet Betroffenen Beratung und Unterstützung

Varel, 16.4.2019 -  Die ambulante Wohnungslosenhilfe Friesland freut sich über eine Spende von Karin Weiß-Schneemann. ...
NWZ-Gesellschafterin Gisela Gräfin von Bothmer (Mittte) überreichte den Scheck an Diakonie-Vorstand Thomas Feld (von rechts) und Dietmar Kattinger, Caritas Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. NWZ-Chefredakteur Lars Reckermann (von links), NWZ-Gesellschafter Hartwig Köser, Jürgen Westerhoff, NWZ-Geschäftsführer Harold Grönke und NWZ-Geschäftsführer Ulrich Gathmann freuen sich über den Erfolg der NWZ-Weihnachtsaktion.
15.04.2019

NWZ-Leser spenden 237.755 Euro

NWZ-Stiftung überreicht Scheck an Diakonie und Caritas

Oldenburg, 15.4.2019 - "Miteinander können wir viel bewegen", freute sich NWZ-Geschäftsführer Harold Grönke bei der ...
Sichtlich Spaß hatten die Teilnehmenden beim Fototermin zum Abschluss des Szenenwechsels.
14.04.2019

Positives Fazit

Szenenwechsler mit Kurzpraktikum zufrieden

Oldenburg, 14.04.2019 - Das Fazit der Jugendlichen fällt durchgehend positiv aus: Beim Szenenwechsle haben Sie interessante Menschen ...
Burkhard Fieber, Abteilungsleiter in der Staatskanzlei Sachsen-Anhalts überreicht Ehrennadel und Urkunde an Elisabeth Schulze.
12.04.2019

Sachsen-Anhalt ehrt Oldenburgerin

94-jährige Elisabeth Schulze lebt im Büsingstift

Oldenburger, 12.April 2019 - Für die Unterstützung und Förderung ihrer Heimatstadt Fischbeck wurde jetzt die ...
Patienten, Förderverein und Fachklinik Weser-Ems arbeiten eng zusammen. Fürs Foto bugsieren David Brinkhus, Frank Matejit und Patientensprecherin Christina Ströer den Ball gemeinsam mit Henning Frenzel, Arne Lashlee, dem Freundeskreisvorsitzende Thomas Papenroth und Chefarzt Dr. Manuel Seewald in den neuen Basketballkorb.
12.04.2019

Verein fördert Fachklinik seit Jahren

Über 35.000 Euro zur Unterstützung der Therapie von Abhängigkeitserkrankungen

Oldenburg, 12.04.2019 - Seit seiner Gründung 1998 hat der Förderverein die Arbeit der heutigen Fachklinik ...
Im Bild von links nach rechts (siehe Anlage): Monika Heyng-Krogmann (Marienhospital Vechta), Hannes von Lehmden, Philipp Herkenhoff (RASTA Vechta, Schirmherr), Sophia-Sakinah Heckmann, Dietmar Fangmann (Landes-Caritasverband), Philipp Itteritz (Foto: Petra Pekeler)
12.04.2019

Szenenwechsel: Philipp Herkenhoff im St. Marienhospital Vechta

Schirmherr begeistert vom freiwilligen Engagement der Jugendlichen

Vechta, 12.04.2019 - Basketballer Philipp Herkenhoff hat drei Szenenwechsler im Marienhospital in Vechta besucht. Die ...
Die Inner Wheel Frauen Gabriele Ahlers (v.li.), Präsidentin Bärbel Schienerer-Krone, Brunhild Stöver, Christel Schütze und Barbara Anthonsen übergeben 3000-Euro-Spende an Ute Dorczok vom Diakonie-Wohnheim „Haus Regenbogen.“
11.04.2019

Serviceclub unterstützt Kiola

Inner Wheel Frauen vom Konzept zum Kurzzeitwohnen für Kinder und Jugendliche überzeugt

Oldenburg, 11.04.2019 - Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen haben es schwer. Das wissen ...
Morten (links), Finja (hinten) und Lea (rechts) genießen ihren Szenenwechsel in der DiKiTa. Auch im Bewegungsraum verbringen sie Zeit mit den Kindern.
10.04.2019

Soziale Arbeit direkt erleben

Finja, Lea und Morten machen ihr Kurzpraktikum im Diakonie-Kindergarten - 97 Szenenwechsler im Oldenburger Land

Oldenburger Land, 10.4.2019 - Mittwochmorgen in den Osterferien. Seit 7.30 Uhr sind Lea und Finja ...
Diakonie-Katastrophenhilfe Küchenset Hygiene-Set Edelstahl-Kitchen-Set
04.04.2019

Zwei Wochen nach Zyklon Idai steigt Gefahr von Krankheiten

Diakonie-Katastrophenhilfe bittet um Spenden für Nahrungsmittel, Wasserreinigungssets und Kochgeschirr

Oldenburg, 3. März 2019. Zwei Wochen nachdem der Zyklon Idai in Mosambik schwere Überflutungen verursacht ...
Bootsflüchtlinge im Mittelmeer
03.04.2019

"Rettung aus Seenot darf nicht von Herkunft oder Hautfarbe abhängen"

250 Organisationen fordern andere Asylpolitik

Berlin / Oldenburg, 03.04.2019 - In einem offenen Brief fordern über 250 Organisationen eine andere ...
Diakonie-Katastrophenhilfe bittet um Spenden für Mosambik. Foto: ACT Alliance/ FCA
27.03.2019

Diakonie bittet um Spenden für Katastrophenhilfe

497.700 Hektar landwirtschaftliche Fläche zerstört

Oldenburger Land, 27.03.2019 - Der Zyklon hat über 600.000 Menschen in eine humanitäre Notsituation gebracht. ...
1 | 2 | 3
Kontaktfooter Landesverband
Kontakt

Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg
Kastanienallee 9-11 · 26121 Oldenburg
Telefon 0441 21001-0 · Fax 0441 21001-99 
lv@diakonie-ol.de

Spendenkonto

Evangelische Bank
IBAN: DE82 5206 0410 0506 4060 41
BIC: GENODEF1EK1

 
Diakonie - die soziale Arbeit der Kirche.

Rückmeldung zu dieser Webseite

Haben Sie eine Anmerkung zu dieser Webseite oder Korrekturvorschläge für die hier veröffentlichten Inhalte? Schreiben Sie uns!


Code