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Engagement statt Endzeitstimmung

Wissenschaftsminister Björn Thümler spricht auf Politikerkanzel in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven, 08.08.2019 - Wissenenschafts- und Kulturminister Minister Björn Thümler sprach auf der Politikerkanzel in Wilhelmshaven darüber, was in antreibt. Es gäbe fünf gute Gründe Christ zu sein.

In einer Zeit, in der rhetorische Tabubrüche zunehmen, gäbe das christliche Wertefundament Orientierung für einen respektvollen Umgang miteinander. Thümler warnte davor, Religion als Vorwand für Ab- und Ausgrenzung zu verwenden.

Mit Sorge beobachtet der Minister, dass Misstrauen und Missgunst in unserer Gesellschaft wieder stärker um sich greifen. In Sozialen Medien werden Vorwürfe binnen kürzester Zeit zu vermeintlichen Wahrheiten. Hier sollten wir inne halten, mahnte Thümler und fordert gleichzeitig mehr Zivilcourage.

Der Politiker aus der Wesermarsch mahnte zu mehr Respekt für engagierte Menschen. Sie seien bereit mitzuwirken und wollten mitbestimmen, was Einfluss auf ihr Leben hat. Viele Jugendliche, anerkennt der Politiker, wählen eigene Wege des Engagements. Anstelle in Parteien und Parlamenten engagieren sie sich im Internet und auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Wie in dem alten Kirchenlied rufen tausende Menschen freitags auf der Straße „Wachet auf!“ Sie demonstrieren für eine verantwortungsbewusste Klima- und Umweltpolitik. Damit spricht die Jugend ein Thema an, das eine Kernbotschaft der Bibel in sich trägt: Die Bewahrung der Schöpfung.

Der zivile Ungehorsam trage dazu bei, dass Themen wieder diskutiert werden. Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil christlich-demokratischer Politik, sagte Thümler: „Wir wollen unseren Nachkommen eine Welt bewahren und hinterlassen, die auch morgen noch lebenswert ist. Die nachfolgenden Generationen haben ein Recht auf wirtschaftliche Entwicklung, sozialen Wohlstand und eine intakte Umwelt.“

Was mich treibt, bekannte Thümler, ist mein Glaube an Gott, der uns Zuversicht und Stärke gibt, damit wir aktiv werden und uns für die Welt einsetzen können, in der wir leben möchten. Wir müssen uns zu unserem Glauben und was uns wichtig ist bekennen, empfahl der Landes- und Kommunalpolitiker. Der alte Kirchenchoral „Wachet auf,“ ermutige zu Demokratie und politischem Engagement, besonders in Zeiten, in denen es der Gesellschaft gut gehe, aber trotzdem bei vielen eine Art Endzeitstimmung  herrsche.

Maßvolle Veränderung in der Pflege

Im vorangegangenen Gespräch beim Diakonischen Werk Friesland-Wilhelmshaven zeigte sich Minister Thümler als als Befürworter der dualen Pflegeausbildung. Pflegefachkräfte seien vom handwerklichen her besonders gut und erfahren. Das lasse sich durch eine akademische Berufsausbildung nicht verbessern. Thümler plädierte für eine maßvolle und stufenweise Akademisierung.

Diakonie-Vorstand Uwe K.Kollmann plädierte dafür, die pflegebedürftigen Menschen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen zum Maßstab für Veränderungen zu machen. Auch die Mitarbeiter in der Pflege haben berechtigte Interessen hinsichtlich der Gestaltung ihres Arbeitsplatzes. Die Diakonie gehört zu den bestzahlenden Arbeitgebern. Jetzt sei es an der Zeit, dass die Kassen das tarifliche Engagement in den Pflegesätzen honorieren. Über die künftige personelle Ausgestaltung verschiedener Angebote in der Altenhilfe könne und müsse diskutiert werden.

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