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Jetzt geht es in den Körper

Im zweiten Ausbildungsjahr zur Altenpflegerin stehen Erkrankungen im Fokus - Neue Einblicke im Krankenhaus

Delmenhorst/Ganderkesee - Für die Pflege ist es wichtig, den Menschen auch von innen zu kennen. „Wir müssen Erkrankungen frühzeitig erkennen können“, berichtet Jessica Wilk. Mittlerweile ist die Altenpflegeschülerin, die regelmäßig aus dem Unterricht an der Ev. Altenpflegeschule in Delmenhorst und ihrer Praxisstelle im Seniorenheim Wichernstift in Ganderkesee berichtet, im zweiten Lehrjahr. Und sie merkt, sowohl in der Schule als auch in der Praxis wird der Stoff anspruchsvoller.

„Es motiviert sehr, dass man jetzt schon viel mehr selbstständig kann. Und das es gelingt, Verknüpfungen herzustellen“, sagt Wilk. Dazu gehört es, dass die Altenpflegeschülerin lernt, anhand der Atemgeräusche Krankheiten zu erkennen und auch Blutzuckerwerte selbstständig zu messen und einzuschätzen. Überfordert fühlt sie sich von den erweiterten Aufgaben nicht. Durch den Blockunterricht kann das Erlernte anschließend gut in der Praxis im Wichernstift vertieft werden.

Praxiserfahrung bekommt die Altenpflegeschülerin aber nicht nur im Wichernstift. Einen Monat lang konnte Wilk im Josef-Hospital Delmenhorst neue Erfahrungen sammeln. „Da mich schon während meiner gesamten Ausbildung das Thema Wunden interessiert, habe ich mein Praktikum in der Chirurgie gemacht“, berichtet Wilk. Eine ganz neue Erfahrung für die 21-Jährige. Vor allem der ständige Wechsel auf der Station machte einen großen Unterschied zur gewohnten Pflege in der Altenhilfe-Einrichtung. „Auf meiner Station kenne ich alle Bewohner und ihre Erkrankungen. Im Krankenhaus muss man immer wieder neu schauen, weshalb der Patient im Krankenhaus ist und wie er gepflegt werden muss“, sagt Wilk.

Die Pflege sei bei jedem individuell anders. Das gelte sowohl im Krankenhaus, als auch im Seniorenheim. Denn entscheiden sei, was und wie schnell der Betroffene selbst kann. Wilk nennt Beispiele: „Wenn ein Bewohner eine chronische Lungenerkrankung hat, muss ich mir mehr Zeit lassen, damit er Ruhezeiten zum Luft holen hat. Bei Bewohnern mit Demenz ist es entscheidend, auf die Körpersprache zu achten.“ Wichtig ist ihr dabei immer, im Rahmen der Möglichkeiten Zeit für die Bewohner oder Patienten zu haben. „Jeder kleine Wunsch, den ich erfüllen kann, ist ein gutes Gefühl“, sagt Wilk.

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