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Das Team der Fachklinik ist in den zwei Jahren zusammengewachsen.
Das Team der Fachklinik ist in den zwei Jahren zusammengewachsen.

Moderne Therapie in modernem Gebäude

Fachklinik Weser-Ems feiert zweijähriges Bestehen - Bereits 742 Patienten wurden aufgenommen

Oldenburg, 20.5.2019 - Vor zwei Jahren, im Mai 2017, nahm die Fachklinik Weser-Ems in Oldenburg die ersten Patienten auf. Zwei Jahre später zählt die Klinik zur Behandlung von Suchterkrankungen bereits den 742ten Patienten und muss Wartelisten führen. Für Chefarzt Manuel Seewald ist die schnelle Vollbelegung der Klinik ein Zeichen dafür, dass das Konzept, das die Diakonie in Absprache mit der Deutschen Rentenversicherung erarbeitet hat, aufgeht. „Wir haben hier nicht nur ein modernes Gebäude, sondern auch eine moderne Therapie gestaltet“, fasst er zusammen.

Die schnell steigenden Patientenzahlen waren zum Klinikstart aber auch eine Herausforderung, erinnert sich Seewald. „Das Team hat in den zurückliegenden zwei Jahren sehr viel geleistet.“ Zum Team gehören aktuell 48 Mitarbeiter auf insgesamt 33 Vollzeitstellen. In den Bereichen Medizin, Psychologie, Sozialpädagogik, Arbeits-, Beschäftigungs- und Kunsttherapie, Sport- und Physiotherapie, Pflegedienst, Verwaltung und Hauswirtschaft begleiten und betreuen sie die Patienten auf ihrem Weg aus der Sucht.

Wichtig ist dabei ein enger Austausch, betont Anastasia Kalaitsidou, die therapeutische Leiterin der Fachklinik. Denn die Therapie beruht auf einem ganzheitlichen Blick und nimmt auch die Begleiterkrankungen wie Depressionen auf. Dieser besondere Blick macht für Dr. Seewald die Arbeit in der Fachklinik so reizvoll. Den Patienten so umfassend zu betrachten, diese Chance habe man nur in der Reha-Arbeit. Diakonie Vorstand Thomas Feld sieht in der guten Zusammenarbeit des Teams die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit: „Der schönste Erfolg nach zwei Jahren Weser-Ems Klinik ist, dass die meisten Patienten sich gut behandelt fühlen: akzeptiert, geachtet und hilfreich unterstützt bei Veränderungsprozessen. Das kann gelingen, weil viele gut zusammenstimmen. Aus vielen einzelnen Mitarbeitenden, vielen einzelnen Professionen ist in den beiden vergangenen Jahren ein Team geworden, das mehr ist als die Summe seiner Teile: eine Gemeinschaft in der jeder um das Können des anderen weiß und sich auf den anderen verlassen kann, wenn er selbst an Grenzen stößt. Ein solches Modell hat auch therapeutische Kraft.“

„Das erste Ziel der Therapie ist oft, wieder eine Tagesstruktur aufzubauen“, berichtet Kalaitsidou. In der Klinik erleben die Patienten, wie sie ohne Suchtmittel tragfähige Beziehungen aufbauen und unterhalten können und ein befriedigendes Leben führen. Oft haben die Patienten sich selbst, ihren Körper und ihre sozialen Kontakte durch die Sucht über Jahre vernachlässigt. Der Aufenthalt in der Klinik soll es den Patienten ermöglichen, den Arbeitsalltag zu bewältigen und wieder erwerbsfähig zu sein. Gerade bei Patienten, die länger in der Klinik bleiben, spielen deshalb Praktika außerhalb der Einrichtung eine wichtige Rolle.

In der Klinik bringen sich die Patienten über ihre Gruppensprecher in den Alltag und die Gestaltung der Gruppenräume und der Freizeit ein. Bei gemeinsam geplanten Festen an Fasching und zu Silvester, erleben sie Spaß ohne Suchtmittel. Im Durchschnitt bleiben Patienten, die wegen Alkoholsucht behandelt werden zwischen 12 und 16 Wochen in der Klinik. Bei Drogenabhängigkeit ist der Aufenthalt mit 19 bis 26 Wochen länger. Bei den jüngeren Patienten stellen Dr. Seewald und sein Team fest, dass oft mehrere Suchtmittel parallel konsumiert werden.

Die jungen Patienten zwischen 19 und 25 Jahren machen  rund 7 Prozent der Patienten aus, berichtet Frank Wieck, Leiter der Verwaltung. Die meisten kommen erst später. 44 Prozent sind zwischen 26 und 45 Jahren alt, 48 Prozent zwischen 46 und 65. Der älteste Patient war 75 Jahre alt. 76 Prozent der Patienten waren Männer, nur 24 Prozent Frauen. Das Einzugsgebiet der Klinik umfasst den ganzen Weser-Ems-Raum. Das in Deutschland einmalige Angebot der Suchttherapie für Hörgeschädigte und Schwerhörige in Gebärdensprache bringt Patienten aus dem ganzen Bundesgebiet nach Oldenburg. „Wir hatten auch schon Patienten aus Österreich und der Schweiz“, berichtet Therapeutin Marita Kämmerer. Die Therapie mit anderen Hörgeschädigten zusammen machen zu können, sei ein großer Vorteil.

Lob für die Arbeit kommt auch von der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen: „Die Fachklinik Weser-Ems bietet den Rehabilitanden der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen bei Abhängigkeitserkrankungen umfangreiche Unterstützungsangebote und leistet damit einen wichtigen Beitrag in der Region zur Reintegration der Patientinnen und Patienten in die Gesellschaft und in das Arbeitsleben.", so Dr. Axel Kunte von der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen.

„Es ist unglaublich viel, was wir in den vergangenen Jahren geschafft haben“, sagt Wieck rückblickend. Aber Stillstand wird es an der Fachklinik nicht geben. Derzeit wird dank der Unterstützung durch den Förderverein ein Beachvolleyballfeld geplant. Und auch das Thema Mitarbeiter bleibt aktuell. Durch die große Nachfrage werden noch Mitarbeiter gesucht. Die aktuellen Stellenanzeigen sind unter www.fachklinik-weser-ems.de zu finden.

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