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Beratung unter anderen Vorzeichen

Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung der Diakonie stellt ihren Jahresbericht vor

Cloppenburg, den 23.03.2021 - Auch in der Beratungsarbeit der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung der Diakonie in Cloppenburg hinterließ das von der COVID-19-Pandemie geprägte Jahr 2020 seine Spuren. Am stärksten betroffen von den Kontaktbeschränkungen waren die sexualpädagogischen Angebote und die Gruppenarbeit. Einige Kurse mussten abgesagt werden. Auch die Gruppe alleinerziehender Eltern “Mittwochsoase“ konnte sich im vergangenen Jahr nur drei Mal treffen. Da es durch die Gruppe aber eine gute Anbindung an die Beratungsstelle gibt, verlagerte sich das Angebot in die persönlichen oder telefonischen Beratungsgespräche. 

Durch getrenntes räumliches Arbeiten und das konsequente Einhalten der AHA-Regeln sowie Lüften konnten viele Beratungsgespräche weiterhin persönlich durchgeführt werden. Gerade für Frauen in der Schwangerschaftskonfliktberatung ist es wichtig, eine persönliche Anlaufstelle zu haben und eine informierte Entscheidung zu treffen. Dazu gehört in jedem Fall ein geschützter Raum, in dem die Klientinnen mit ihren Gefühlen wahrgenommen und respektiert werden. Die Schwangerschafts-konfliktberatung konnte weiterhin persönlich durchgeführt werden, und in Ergänzung bereiteten sich die Beraterinnen Maren Laues und Ivonne Flerlage auf die Notwendigkeit von Distanzberatungen vor, z.B. für Klientinnen, die erkrankt waren oder unter Quarantäne standen. Durch einen datensicheren und von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zertifizierten Videodienstleister können die Gespräche auch über Computer oder Mobiltelefone angeboten werden.

Die Vermittlung von finanziellen Hilfen für Schwangerschaft und Geburt wurde in vielen Fällen telefonisch und per Post durchgeführt. Die Beraterinnen stellen jedoch fest, dass im telefonischen Gespräch der Schwerpunkt auf der Antragstellung liegt, anders als im persönlichen Gespräch, welches oft ein „Türöffner“ zu anderen Themen darstellt, wie zum Beispiel Hebammenversorgung, Mutterschutz und Krankenversicherung.

Als problematisch nahmen Maren Laues und Ivonne Flerlage die prekäre finanzielle Situation vieler Familien durch Arbeitsplatzverlust und Kurzarbeit wahr. So leisteten die Beraterinnen häufig Unterstützung bei der Antragstellung von Arbeitslosengeld I und II. Die lange Bearbeitungszeit führte zu finanziellen Engpässen in vielen Familien. Die Mitarbeiterinnen der Diakonie sind deshalb froh, dass sie in solchen Fällen durch die Vermittlung von Stiftungshilfen und Lebensmittelgutscheinen praktisch und unbürokratisch helfen konnten.

Im Jahr 2020 führte die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle der Diakonie 617 Beratungen durch, davon 533 Schwangerenberatungen, 84 Schwangerschaftskonfliktberatungen, 3 sexualpädagogische Angebote und 3 Gruppenberatungen.

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