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Schuldnerberaterin Marlies Kleefeld und Sabine Brüning (Verwaltungskraft-Schuldnerberatung) präsentieren den Jahresbericht der Schuldnerberatung.
Schuldnerberaterin Marlies Kleefeld und Sabine Brüning (Verwaltungskraft-Schuldnerberatung) präsentieren den Jahresbericht der Schuldnerberatung.

Schuldnerberatung ist mehr als die Regulierung der Schulden

Diakonie Cloppenburg stellt Jahresbericht 2019 vor

Cloppenburg, 19.4.2020 - Viele Menschen haben Schulden. Einige verzweifeln daran. Andere finden einen Ausweg „Jede Beratung ist individuell und orientiert sich an der jeweiligen Lebenssituation und den Ressourcen, die jeder Ratsuchende mitbringt. Realistische Ziele werden dann gemeinsam besprochen“, berichtet Marlies Kleefeld. Seit über 20 Jahren ist sie als Sozialarbeiterin in der Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie im Oldenburger Münsterland tätig.

Im Jahr 2019 wurden 550 Personen in unterschiedlicher Häufigkeit und Intensität in der Schuldnerberatung der Diakonie in Cloppenburg beraten; 91 davon haben einen Migrationshintergrund. Als Hauptgrund für eine Überschuldung lag Dauerniedrigeinkommen an erster Stelle, gefolgt von Arbeitslosigkeit, Scheidung/Trennung und Unfall/Krankheit/Sucht. „Meistens gibt es mehrere Gründe, die zu einer Überschuldung führen. Viele verlieren den Überblick, und das geht sehr schnell, wenn man online bestellt oder mit Karte zahlt“, weiß Kleefeld.

Von den Betroffenen hatten 42 Prozent Erwerbseinkommen, 46 Prozent bezogen Sozialleistungen, und die restliche Gruppe hatte andere oder keine Einkünfte. Die meisten kamen aus Eigeninitiative oder über Bekannte und Angehörige, die Mut machten, die Beratungsstelle aufzusuchen.

In 2019 wurden 81 Insolvenzanträge gestellt. Der Gesetzgeber hat es so vorgesehen, dass zunächst versucht werden muss, mit den Gläubigern eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Gelingt das nicht, kann ein Antrag auf Eröffnung einer Verbraucherinsolvenz beim Gericht eingereicht werden. „Viele denken“, so Kleefeld, „dass Schuldnerberatung nur bedeutet, die Schulden zu regulieren. Das ist nicht der Fall. Soziale Schuldnerberatung ist ganzheitlich, sehr vielfältig und beinhaltet immer auch die Existenzsicherung und psychosoziale Aspekte. Der Anteil der Personen, die unter psychischen Belastungen oder Erkrankungen leiden, nimmt deutlich zu.“

Ein weiterer Schwerpunkt innerhalb der Beratung ist der Schuldnerschutz. „Vollstreckungsmaßnahmen und Pfändungen gehören zum Leben von Überschuldeten“, berichtet Marlies Kleefeld. „Seit 2010 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, das Konto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln, um die Existenzgrundlage der Betroffenen sicher zu stellen.“ Grundsätzlich pfändungsfrei und zur freien Verfügung ist dann ein Sockelbetrag auf dem Pfändungsschutzkonto. „Wir dürfen Bescheinigungen zur Erhöhung der Sockelbeträge ausstellen und ihn somit individuell anpassen. Gründe zur Erhöhung des Sockelbetrages ist z.B. eine Unterhaltspflicht oder das Kindergeld“, berichtet Marlies Kleefeld. Im vergangenen Jahr seien 173 Bescheinigungen ausgestellt worden.

Das Durchschnittsalter der Betroffenen in der Beratung betrug 40 Jahre; in 58 Prozent aller Fälle waren Kinder mit betroffen. So steht die bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung 2020 unter dem Motto: Chancenlose Kinder? Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung! In diesem Zusammenhang kommt der Prävention eine große Bedeutung zu. So besucht Marlies Kleefeld Konfirmandengruppen und Schulen, um Jugendliche fit zu machen, damit sie nicht in „Schuldenfallen“ tappen und wenn doch, wissen, was zu tun ist.

Die Schuldnerberatung Cloppenburg erreichen Sie unter Tel.: 0447118417-14, E-Mail: kleefeld@diakonie-cloppenburg.de

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