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Starke Beratung für Schuldner

Beratungsstellen ausbauen und angemessen ausstatten

Oldenburg, 12. Juni 2017 - Wenn Menschen in finanzielle Not geraten, brauchen sie starke Unterstützung, erklären die Schuldnerberatungsstellen der Diakonie. Anlässlich einer bundesweiten Aktionswoche fordert die Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatungsstellen einen Rechtsanspruch auf Beratung. Besonders auf dem Land müssen weitere Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen geschaffen werden.
Bei der Beratung erleben die Beraterinnen und Berater der Diakonie immer wieder, dass Sozialleistungen wie HartzIV nicht bedarfsdeckend sind. Reparaturen oder Anschaffungen wie eine Waschmaschine hinterlassen Schulden, die den Betrag zur Existenzsicherung schmälern. Auch die Versorgung mit Strom ist angemessen ins Existenzminimum einzurechnen, fordern die Schuldnerberater. Derzeit ist der Anteil für Energie im Regelbedarf zu niedrig bemessen.
„Hauptauslöser der Überschuldung liegen überwiegend außerhalb der Kontrolle der Überschuldeten,“ teilte das Statistische Bundesamt mit. (Vgl. hierzu Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung, Nr.226, 01.07.2016.) Meist lösen unplanbare und gravierende Änderungen der Lebensumstände die Überschuldung aus.
Übereinstimmend berichten die Schuldnerberatungen der Diakonie über eine Zunahme der Schuldner mit „atypischer“ Beschäftigung. Arbeitnehmer in normalen Arbeitsverhältnissen geraten selten in Schwierigkeiten. Wer nur geringfügig beschäftigt ist oder in Teilzeit arbeitet, hat größere Probleme, Schulden abzubauen. Auch die Tendenz zu befristeter Beschäftigung, Leih- und Zeitarbeit bringt Schuldner in Bedrängnis. Solo- oder Kleinselbständige geraten in Schwierigkeiten, weil sie die eigene soziale Absicherung ohne Arbeitgeberunterstützung stemmen müssen. Die Arbeitsgemeinschaft fordert daher, Kleinselbständige mit niedrigem Einkommen in die gesetzliche Krankenversicherung aufzunehmen. Der Zugang zu medizinischer Regelversorgung müsse auch bei Beitragsschulden sichergestellt werden.
Soziale Schuldnerberatung bietet die Diakonie an vielen Stellen im Oldenburger Land. Anerkannte Insolvenzberatung gibt es im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, der Wesermarsch und im Oldenburger Münsterland.

Die Aktionswoche der Schuldnerberatung läuft vom 19. bis 23.6.2017. www.aktionswoche-schuldnerberatung.de

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