40 Jahre Fachstelle Sucht in Wildeshausen

Erstellt von Sabine Müller |

Seit 40 Jahren unterstützt die Fachstelle Sucht der Diakonie im Oldenburger Land Betroffene und Angehörige. Am 1. Oktober feierte die Einrichtung ihr Jubiläum mit einem Empfang in Wildeshausen.

Wildeshausen, 9. Oktober 2026 – Silberne Luftballons mit der Zahl 40, ein liebevoll vorbereitetes Buffet und viele persönliche Gespräche: Zum 40-jährigen Bestehen der Fachstelle Sucht im Landkreis Oldenburg waren Vertreterinnen und Vertreter aus dem Netzwerk, Kooperationspartner sowie weitere Gäste in die Räumlichkeiten an der Heemstraße eingeladen. Der Empfang bot Gelegenheit, gemeinsam auf vier Jahrzehnte Suchtberatung zurückzublicken und sich über die Arbeit der Fachstelle auszutauschen.

Einrichtungsleiter Oliver Beyer brachte seine Freude über das Jubiläum zum Ausdruck. Auch Dr. Hamschmidt, Ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Oldenburg, würdigte die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Fachstelle.

Im Namen der Diakonie im Oldenburger Land wurde den Mitarbeitenden für ihr langjähriges Engagement und ihren täglichen Einsatz gedankt. Ihre fachliche Kompetenz, ihre Erfahrung und ihr persönlicher Einsatz bilden die Grundlage dafür, dass Menschen mit Suchterkrankungen und ihre Angehörigen seit vier Jahrzehnten verlässlich begleitet und unterstützt werden.

Von den Anfängen bis heute

Im Oktober 1986 nahm die Fachstelle Sucht in Wildeshausen ihre Arbeit auf. Zwei Mitarbeitende berieten damals vor allem Menschen mit Alkoholproblemen. In den folgenden Jahren wurde das Angebot stetig erweitert. Außenstellen in Ganderkesee und Wardenburg kamen hinzu, wobei sich die ehemalige Außenstelle in Wardenburg heute in Kirchhatten befindet. Auch die Suchtprävention und die ambulante Rehabilitation wurden in das Angebot aufgenommen. Seit 2006 hat die Fachstelle ihren Sitz in der Heemstraße.

Heute bietet das sechsköpfige Team Beratung für Betroffene und Angehörige, ambulante Suchtbehandlung, therapeutisch begleitete Gruppenangebote und die Vermittlung in weiterführende Hilfen an. Im Jahr 2025 nahmen insgesamt 587 Menschen die Angebote der Fachstelle in Anspruch, darunter 530 Betroffene und 57 Angehörige.

Unterstützung ohne Vorurteile

Der Schritt in die Suchtberatung fällt vielen Menschen schwer. Häufig sind Scham und die Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung große Hürden. Einrichtungsleiter Oliver Beyer macht deutlich, dass Sucht und Abhängigkeit häufig mit Scham verbunden sind. Umso wichtiger ist es, Betroffenen offen und ohne Vorurteile zu begegnen.

„Abhängigkeit ist zudem eine Erkrankung, keine Willensentscheidung“, betont Beyer. Dieser Haltung folgt auch die tägliche Arbeit des Teams, das Betroffene und Angehörige individuell und vertraulich begleitet.

Wie wichtig die Unterstützung durch die Fachstelle ist, zeigen die Erfahrungen von Menschen, die ihre Angebote nutzen. Neben den Einzelgesprächen spielt auch der Austausch in therapeutisch begleiteten Gruppen eine wichtige Rolle. Hier finden Betroffene Unterstützung, können Erfahrungen teilen und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln.

Neue Herausforderungen in der Suchtarbeit

Während Alkoholabhängigkeit nach wie vor den größten Teil der Beratungsarbeit ausmacht, haben sich die Themen in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Auch problematischer Medienkonsum und die zunehmende Verbreitung von E-Zigaretten und Vapes unter Kindern und Jugendlichen beschäftigen die Fachstelle.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist deshalb die Präventionsarbeit. Mit 26 Präventionsmaßnahmen erreichte die Fachstelle im Jahr 2025 insgesamt 604 Menschen. Ziel ist es, frühzeitig über Suchtrisiken aufzuklären und insbesondere junge Menschen zu stärken.

Gut vernetzt in der Region

Die Fachstelle arbeitet eng mit verschiedenen Einrichtungen und Institutionen im Landkreis Oldenburg zusammen. Dazu gehören unter anderem das Gesundheitsamt, die Jobcenter und das Krankenhaus Johanneum Wildeshausen. Mit dem Krankenhaus besteht eine langjährige Kooperation im Rahmen des Qualifizierten Entzugs. Betroffene erhalten dabei bereits während der Entzugsbehandlung Unterstützung bei der Planung weiterer Hilfs- und Behandlungsschritte.

Das 40-jährige Jubiläum war auch eine Gelegenheit, die langjährige Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern zu würdigen. Denn neben der fachlichen Beratung ist ein gut funktionierendes Hilfenetzwerk entscheidend, um Menschen mit Suchterkrankungen und ihre Angehörigen bestmöglich zu unterstützen.

Auch nach 40 Jahren bleibt das Anliegen der Fachstelle unverändert: Menschen auf ihrem Weg aus der Sucht zu begleiten, ihnen neue Perspektiven zu eröffnen und sie dabei zu unterstützen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

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