Danke, Dr. Wagner!

Erstellt von Sabine Müller |

Nach fast 30 Jahren an der Spitze des SPZ verabschiedet sich Dr. Michael Wagner in den Ruhestand.

Fast drei Jahrzehnte lang hat Dr. Michael Wagner als Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) in Oldenburg die Entwicklung der Einrichtung maßgeblich mitgestaltet. Nun verabschiedet sich der Kinderarzt in den Ruhestand – mit vielen Erinnerungen an die Arbeit mit Kindern und ihren Familien, an ein engagiertes Team und an eine Einrichtung, die unter seiner Leitung stetig gewachsen ist.

Dr. Wagner stammt ursprünglich aus Kassel. Der Wunsch, Medizin zu studieren, wurde durch den Einfluss seiner Geschwister geweckt. Nach einem Praktikum entschied er sich endgültig für diesen Berufsweg und studierte in Aachen und Gießen Medizin. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er in der Humangenetik und an einer Kinderklinik, bevor er in Göttingen seine Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin absolvierte.

1997 führte ihn sein Weg nach Oldenburg. Ausschlaggebend waren sein Interesse an der Sozialpädiatrie und die Möglichkeit, die Leitung des SPZ zu übernehmen. Was damals als neue berufliche Herausforderung begann, entwickelte sich zu einer fast 30-jährigen Tätigkeit, die ihn nachhaltig geprägt hat.

Besonders am Herzen lag ihm die Arbeit mit den Kindern und ihren Familien. Während viele Erkrankungen in der klassischen Kinderheilkunde gut behandelbar sind, begleitet das SPZ häufig Kinder mit chronischen Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen, für die es keine ursächliche Heilung gibt. „Unser Ziel ist es, Verbesserungen für die Kinder zu schaffen und sie bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen“, sagt Dr. Wagner.

Viele seiner jungen Patientinnen und Patienten betreute er über zehn oder sogar 15 Jahre hinweg – manche bis zur Volljährigkeit. So entstanden enge Bindungen und zahlreiche Erinnerungen. Gerade diese langfristige Begleitung machte für ihn den besonderen Reiz seiner Arbeit aus.

Ebenso prägend wie die Arbeit mit den Kindern war für Dr. Wagner das Miteinander im interdisziplinären Team. Medizinische, therapeutische und sozialpädagogische Fachkräfte bringen im SPZ ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein und arbeiten eng zusammen. „Der gute Zusammenhalt und die flachen Hierarchien haben unsere Arbeit ausgezeichnet“, sagt er.

Mit einem gewissen Stolz blickt er auf die Entwicklung des SPZ zurück. Seit 1997 ist die Einrichtung kontinuierlich gewachsen: Das Team umfasst heute rund 50 Mitarbeitende, die Zahl der behandelten Kinder und Jugendlichen ist deutlich gestiegen und auch die räumlichen Kapazitäten wurden ausgebaut. Zugleich haben die Aufgaben des SPZ an Komplexität gewonnen: Das Spektrum der Erkrankungen ist breiter geworden und die Fälle sind anspruchsvoller. Umso wichtiger sei der starke Teamgeist gewesen, der das SPZ bis heute prägt.

„Von Personalführung hatte ich anfangs eigentlich keine Ahnung“, erzählt er schmunzelnd. Die Medizin habe er gelernt – Führung hingegen vor allem im Laufe der Jahre. Dabei habe er erfahren, wie wichtig Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und der Umgang mit Menschen sind.

Wenn Dr. Wagner auf seine Zeit im SPZ zurückblickt, überwiegt spürbar vor allem eines: die Freude an der Arbeit. Natürlich habe es auch Momente gegeben, in denen ihn verkrustete Strukturen und bürokratische Hürden geärgert hätten. Insgesamt jedoch blickt er mit großer Zufriedenheit auf das gemeinsam Erreichte zurück.

Dem Ruhestand blickte er zunächst mit gemischten Gefühlen entgegen. „Ich bin immer sehr gern zur Arbeit gegangen“, sagt er. Inzwischen überwiegt jedoch die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt – nicht zuletzt, weil seine Nachfolge geregelt ist und er das SPZ in guten Händen weiß.

Vermissen wird er vor allem den täglichen Austausch und die anregenden Diskussionen mit seinem Team. Dem Ruhestand blickt er aber auch mit Vorfreude entgegen: endlich einmal ausschlafen, mehr reisen, auf der Hunte rudern und die regelmäßige Doppelkopfrunde mit Freunden genießen – bei der die Weltpolitik nicht selten wichtiger ist als die Karten auf dem Tisch.

Für die Zukunft des SPZ wünscht sich Dr. Wagner, dass die positive Entwicklung fortgesetzt wird, neue fachliche Themen ihren Platz finden und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung durch die Krankenkassen – stabil bleiben.

Jungen Ärztinnen und Ärzten gibt er einen Rat mit auf den Weg: „Legt Euch nicht zu früh fest. Bleibt flexibel und offen für Neues.“

Und was möchte er seinem Team zum Abschied noch sagen? Seine Antwort kommt ohne Zögern und fällt bewusst knapp aus: „Danke.“

Dem können wir uns von der Diakonie im Oldenburger Land nur anschließen und sagen: Danke, lieber Dr. Wagner, für Ihren langjährigen Einsatz, Ihr großes Engagement und alles, was Sie für das SPZ sowie die vielen Kinder und ihre Familien geleistet haben. Für Ihren Ruhestand wünschen wir Ihnen von Herzen alles Gute!

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