Oldenburg / Neerstedt, 2. Juli 2026 – Diakonisches Werk Oldenburg Fachklinik Oldenburger Land gGmbH hat beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Die gGmbH betreibt die beiden Standorte in Neerstedt und Oldenburg. Da beide Fachkliniken derselben Gesellschaft angehören, sind sie gleichermaßen von dem Insolvenzverfahren betroffen. Das zuständige Amtsgericht wird nun kurzfristig einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen.
Hintergrund des Insolvenzantrags ist die wirtschaftliche Schieflage des Standorts Neerstedt. Während der Standort Oldenburg wirtschaftlich grundsätzlich solide aufgestellt ist, führt die wirtschaftliche Situation am Standort Neerstedt aufgrund der gemeinsamen gGmbH zu einer Belastung der gesamten Gesellschaft. Insbesondere der anhaltende Fachkräftemangel sowie personelle Veränderungen haben die wirtschaftliche Entwicklung am Standort Neerstedt nachhaltig beeinträchtigt.
Die 99 Mitarbeitenden der beiden Standorte sowie die Mitarbeitervertretung wurden über den Insolvenzantrag informiert. Der Klinikbetrieb wird während des Insolvenzverfahrens uneingeschränkt fortgeführt. Über das Insolvenzgeld sind die Gehaltszahlungen für die Mitarbeitenden für drei Monate gesichert. Ziel des Verfahrens ist die wirtschaftliche Sanierung der gGmbH und damit der langfristige Erhalt beider Standorte.
„Die Entscheidung, einen Insolvenzantrag zu stellen, ist uns außerordentlich schwergefallen. Unser Ziel ist es, im Rahmen des Insolvenzverfahrens tragfähige Zukunftsperspektiven für beide Standorte zu schaffen und ihre wichtige Arbeit langfristig zu sichern. Die Behandlung suchtkranker Menschen hat für die Diakonie im Oldenburger Land einen hohen Stellenwert. Deshalb setzen wir alles daran, beide Einrichtungen zukunftsfähig aufzustellen“, sagt Mario Behrends, Vorstand des Diakonischen Werks der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg e.V.
Nach Bestellung des vorläufigen Insolvenzverwalters werden gemeinsam mit der Geschäftsführung, den Klinikleitungen und den Kostenträgern die nächsten Schritte zur wirtschaftlichen Sanierung abgestimmt. Das Insolvenzverfahren eröffnet die Möglichkeit, die wirtschaftlichen Strukturen der gemeinsamen Gesellschaft neu zu ordnen und damit die Voraussetzungen für den langfristigen Erhalt beider Fachkliniken zu schaffen.

