Vom FSJ zur Gruppenleiterin: Merle Kruse startet bei der Diakonie durch

Erstellt von Sabine Müller |

Ein Beispiel dafür, welche Entwicklungsmöglichkeiten Ausbildung und duales Studium bei der Diakonie im Oldenburger Land eröffnen.

Merle Kruse 2019 ihr Abitur in der Tasche hatte, stand für sie vor allem eines fest: Ein klassischer Bürojob kam für sie nicht infrage. „Ich wollte etwas mit Menschen machen – am liebsten mit Kindern“, erzählt die heute 25-Jährige. Doch wie genau ihr beruflicher Weg aussehen sollte, wusste sie damals noch nicht.

Anstatt lange zu grübeln, wurde Merle selbst aktiv. Sie informierte sich eigenständig in der Mädchenwohngruppe der Jugendhilfe Collstede in Altjürden über die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Schnell war klar: Das könnte genau das Richtige sein. Noch im selben Jahr startete sie dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) – und fand damit nicht nur einen Einstieg ins Berufsleben, sondern auch ihre berufliche Leidenschaft.

„Das FSJ hat mir gezeigt, wie vielseitig und sinnvoll die Arbeit mit jungen Menschen ist“, erinnert sich Merle. Der direkte Kontakt, die Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen und die Möglichkeit, Menschen im Alltag zu begleiten, begeisterten sie von Anfang an.

Nach dem FSJ ging Merle ihren Weg konsequent weiter. Zunächst absolvierte sie die Sozialassistenzausbildung und sammelte parallel praktische Erfahrungen in einem Kindergarten. Anschließend entschied sie sich für ein duales Studium der Sozialen Arbeit an der Berufsakademie Wilhelmshaven.

Das duale Studium verbindet die theoretischen Inhalte der Berufsakademie unmittelbar mit der praktischen Arbeit in den Einrichtungen. Während die Studierenden an zwei Tagen pro Woche die Berufsakademie besuchen, arbeiten sie an drei Tagen direkt in den Hilfeangeboten mit. Die Studierenden erhalten dabei einen Arbeitsvertrag und die Studiengebühren werden vom Arbeitgeber übernommen. Für die Jugendhilfe Collstede ist dieses Modell eine wichtige Investition in die Zukunft – und ein Erfolgsmodell in der Fachkräftegewinnung.

Auch Merle profitierte von dieser engen Verzahnung von Studium und Praxis. Während ihres Studiums arbeitete sie in einer Mädchenwohngruppe und konnte dort wertvolle Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit sammeln. Gerade die enge Begleitung der Jugendlichen und die Arbeit im Team stärkten ihren Wunsch, dauerhaft in diesem Bereich tätig zu sein.

Nach ihrem erfolgreichen Bachelorabschluss bleibt sie in der Jugendhilfe Collstede und erhält einen Arbeitsvertrag als Fachkraft. Dort arbeitete sie als Sozialpädagogin in unterschiedlichen Mädchenwohngruppen in Altjürden und Westerstede. Als die Wohngruppe später von Westerstede nach Oldenburg umzog, begleitete Merle auch diesen Schritt und unterstützte den Aufbau der Einrichtung am neuen Standort tatkräftig.

Seit März 2026 übernimmt die 25-Jährige nun noch mehr Verantwortung und ist Gruppenleiterin der neu geschaffenen Kleinwohngruppe in Zetel – ein weiterer großer Schritt auf ihrem beruflichen Weg. 

Dass sie ihren Weg so konsequent gegangen ist, überrascht auch Jan Praßel, Einrichtungsleiter der Jugendhilfe Collstede, nicht. „Merle hat immer einen Plan B. Manchmal ist sie unsicher – aber nur, um dadurch mutiger zu werden“, beschreibt er die junge Frau.

Heute ist Merle Kruse ein Beispiel dafür, welche Entwicklungsmöglichkeiten die Diakonie im Oldenburger Land jungen Menschen bieten kann. Vom FSJ über Ausbildung und duales Studium bis hin zur Gruppenleitung: Ihr Weg zeigt, wie aus ersten Orientierungsschritten eine echte berufliche Perspektive werden kann – wenn man bereit ist, Chancen zu nutzen und seinen eigenen Weg zu gehen.

Dass das duale Studium funktioniert, zeigt sich auch an den aktuellen Zahlen: Derzeit absolvieren acht dual Studierende ihre Praxisphasen in den Hilfeangeboten der Jugendhilfe Collstede. Mit Beginn des Herbstsemesters 2026 werden es bereits zwölf sein. Für die Einrichtung ist klar: Die Förderung junger Menschen lohnt sich – für die Studierenden genauso wie für die Praxis.

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